Gedanken, Neuigkeiten, Einsichten, Aha-Momente ... 

Worum geht es?

Im Folgenden habe ich aufgeschrieben, worum es für mich persönlich geht: und zwar um ein Leben in Gesundheit und Freiheit. Es geht für mich darum, ein glückliches Leben zu führen. Um das zu erreichen, muss man manchmal noch einmal dorthin gehen, wo die Angst und der Schmerz sind ... 

Ich achte auf meine innere Balance und möchte auch Dir zeigen, wie Du auf Dich achten kannst, um in Balance zu kommen und zu bleiben. 

"Dein Leben ist Gottes Geschenk an Dich. Und was Du aus Deinem Leben machst, ist Dein Geschenk an Gott!" Wenn Dir das Wort "Gott" nicht gefällt, ersetze es durch ein anderes... zum Beispiel "Universum" ...

Der schnellste Weg über eine Sache klar zu werden, ist das Gespräch. 
(Friedrich Dürrenmatt) 

Gesprächstherapie, Wertschätzung und Akzeptanz

Carl Rogers entwickelte die Gesprächstherapie in den 1940er Jahren. Er untersuchte, unter welchen Bedingungen ein Mensch sich am ehesten öffnet und das, was er erlebt hat, erzählt. Für Rogers war das die Basis für die Entwicklung neuer Verhaltensweisen. Wichtig sind stets die Einzigartigkeit des Menschen sowie seine ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen, die er vervollkommnen kann und die es ihm ermöglichen, sich zu entwickeln.

Die Antwort auf die Frage, warum es zu psychischen Störungen kommt, ist, dass Menschen nicht um ihrer selbst willen geschätzt und angenommen werden, sondern dies vielmehr nur unter gewissen Voraussetzungen geschieht. So entwickelt der Mensch ein negatives Selbstbild und eine Selbstunsicherheit, die zu Ängsten und Depressionen führen kann. 


Aus der angenommenen Einzigartigkeit des Menschen ergibt sich die Beziehung zwischen Therapeut und Patient: Die aktuelle Problematik des Patienten steht im Vordergrund und trifft auf einen Therapeuten, der dem Pateinten wertschätzend, wahrhaftig und echt entgegenkommt, Empathie entgegenbringt und Sicherheit vermittelt. Der Therapeut hält seine eigene Meinung zurück, wertet nicht, urteilt nicht und gibt auch keinerlei Ratschläge. Er wiederholt nur, was der Patient berichtet. Dieses Setting gibt dem Patienten den Raum, seine Befindlichkeiten zu reflektieren und Lösungen für seine Konflikte zu finden. Dies alles beinhaltet die drei Basisvariablen: 

1.) bedingungslose Wertschätzung, 
2.) Empathie, 
3.) Kongruenz. 

Bei all dem gibt der Therapeut sich als der Mensch, der er ist und begibt sich somit auf dieselbe Stufe wie der Patient. 

Die Theorie hinter dem Ansatz der Gesprächstherapie ist, dass jeder Mensch über Selbstheilungskräfte verfügt und weiß, was gut für ihn ist. Jeder Einzelne ist in der Lage, seine eigene Situation zu erkennen und Lösungen zur Weiterentwicklung der eignen Persönlichkeit zu erarbeiten.

Ziel ist es, eine günstige Bedingung für die Entfaltung des Wachstumspotentials zu schaffen, in der der Klient emotional nachreifen kann und sein Ideal- und Selbstbild letztendlich realistisch übereinstimmen. Und: die Selbstverwirklichung soll durch die Entwicklung des Selbstwertgefühls vorangebracht werden. Rogers fasste das zusammen in dem Satz: „Die Macht dem neuen Menschen und der Revolution, die er in sich trägt.“

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Gesprächstherapie kann in der Krisen-intervention, in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, der Einzeltherapie, der Paar- sowie in der Familienberatung genutzt werden. Behandelt werden können neurotische Störungen, psychosomatische Störungen, Sucht, Persönlichkeitsstörungen. Darüber hinaus hat sich der personenzentrierte Ansatz als Grundlage vieler therapeutischer und beratender Settings durchgesetzt, zum Beispiel der Gruppentherapie, in der Lehre als auch in der Supervision.

Die Basisvariablen, die sich in der Haltung eines Gesprächstherapeuten widerspiegeln, sind bedingungslose Wertschätzung, Empathie und Kongruenz. 

Die bedingungslose Wertschätzung baut dem Patienten eine Brücke, über die er gehen kann. Der Therapeut signalisiert Solidarität, der Patient fühlt sich mit seiner Lebensgeschichte an-genommen und akzeptiert. In diesem Setting kann er angstfrei an Veränderungen und Lösungen arbeiten, für die es hier und da unter Umständen Kreativität braucht, für die er den Raum bekommt. 

Die Empathie kommt im Besonderen zum Ausdruck, wenn der Therapeut das wiederholt, was der Patient zuvor erzählt hat. Der Therapeut sendet damit Verständnis und Aufmerksamkeit aus, was als mitfühlendes Verstehen beim Patienten ankommt. 

Mit Kongruenz ist Deckungsgleichheit gemeint: Der Therapeut tritt dem Patienten als der Mensch gegenüber, der er ist, und somit vertrauenswürdig und wahrhaftig. Der Patient kann ihm auf diesem Weg entgegenkommen, ebenfalls als der Mensch, der er ist. Die beiden Menschen, die aufeinandertreffen unterscheiden sich nur dadurch, dass der eine Hilfe braucht, die der andere geben kann. 

Wertschätzung bedarf es, damit der Patient Vertrauen aufbauen und sich öffnen kann.  

Akzeptanz ist wichtig, weil man innerhalb der Gesprächstherapie davon ausgeht, dass psychische Störungen gerade durch fehlende Akzeptanz ausgelöst werden können. Diese beiden Tools sind sozusagen Tor und Weg. (21.2.2022 / Bild: johannes-baumgart.eu) 



Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen. (Marie von Ebner-Eschenbach) 

Somatisierungsstörung und ASS

Für den Begriff Somatisierungsstörung gibt es eine Reihe von Begriffe, die alle ausdrücken, dass eine betroffene Person bereits seit – mindestens zwei – Jahren über körperliche Symptome klagt, die weder absichtlich produziert noch vorgetäuscht werden. Diese kehren immer wieder, wechseln, beziehen sich auf einen Körperteil oder den gesamten Körper. Der Störung liegt trotz deutlicher Symptome kein organischer Befund zugrunde, sondern psychische Probleme, dessen sich die Betroffenen im Allgemeinen nicht bewusst sind. 

 

Da es entsprechende Symptome gibt, müssen körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden. Ist der Betroffene bereit, sich einzugestehen, dass es seelische Ursachen gibt, müssen außerdem noch Angststörungen sowie hypochondrische Störung ausgeschlossen werden. 

 

Für die Betroffenen ist das z.T. alles schwer nachvollziehbar. Wir sind mehr oder weniger alle mit dem Gedanken großgeworden, dass es für körperliche Symptome eine körperliche Ursache gibt. Letztendlich empfinden viele die Diagnose als Einordnung und den ersten Schritt zur Heilung. Sie gehen davon aus, dass sie ein Arzneimittel bekommen und nach kurzer Zeit alles wieder im Lot ist.  

 

Die Somatisierungsstörung drückt sich u.a. als Schmerz, Schwindel oder Übelkeit aus. Manche müssen überdurchschnittlich aufstoßen oder sich erbrechen. Atmungsstörungen. Herz-Kreislaufbeschwerden, Probleme im Magen-Darm-Trakt sowie Rumination sind weitere Symptome. Es kann zu abnormen Hautempfindungen und – reaktionen wie Jucken, Brennen, Prickeln und Taubheit kommen. 

 

Frauen sind wesentlich öfter betroffen als Männer. Der Verlauf kann chronisch sein und kann den sozialen Rückzug sowie Missbrauch und Abhängigkeit von Medikamenten zur Folge haben. Einige Betroffene werden ob der Beschwerden und den damit verbundenen Einschränkungen depressiv. Sie sind oft in großer Sorge, was die Auswirkungen der Symptome bedeuten und zur Folge haben können. 

 

Die wiederkehrenden körperlichen Beschwerden beginnen i.d.R. vor dem 30. Lebensjahr. Die meisten Betroffenen leiden unter mehrere Beschwerden oder auch nur einem dann aber eher schwererem Symptom. Ganz oben auf der Liste stehen Schmerzen. 

 

Betroffene, die sich der Möglichkeit einer seelischen Ursache nicht zu öffnen vermögen, wechseln oft den Arzt, weil sie der Meinung sind, dass der nächste den Grund für ihre Beschwerden finden wird. 

Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ASS) – auch als Psychalgie oder psychogener Rücken- oder Kopfschmerz bekannt – zeigt sich bei Betroffenen als ein intensiver, subjektiv empfundener und starker Schmerz. Ein organischer Befund liegt nicht vor, vielmehr liegen psychische Belastungs- und Stresssituationen im Zusammenhang mit anderen Menschen vor. Diese Situationen spielen eine Rolle, wenn es um die Dauer und den Schweregrad der Störung geht. Oft ist es so, dass eine Kombination von verschiedenen Faktoren zur ASS führt. 

 

Schmerzempfindens und Gefühle sitzen im selben Hirnareal, was zur Koppelung von beidem führen kann. Soziale und körperliche Empfindungen sind auf der neurobiologischen Ebene verknüpft. Negative Gefühle wie z.B. Mangel, Probleme in der Herkunftsfamilie, Verlusterfahrungen und Ausgrenzung können so auf der körperlichen Ebene zum Ausdruck kommen. 

 

Die anhaltenden Schmerzen erzeugen einen Leidendruck und führen zum ersten Arztbesuch. Kann der Arzt eine somatische Erkrankung ausschließen, konsultiert der Betroffene den nächsten Arzt. Findet der zweite Arzt auch keine organischen Gründe, führt der Weg den Betroffenen ins nächste Wartezimmer. Betroffene investieren also viel Zeit in Besuche bei vielen unterschiedlichen Ärzten. Oftmals fühlen sie sich dadurch, dass die Ärzte keinen körperlichen Grund finden können, nicht ernst genommen. 

 

Die empfundenen Schmerzen begrenzen sich nicht auf den Kopf- und Rückenbereich, wie es der Ausdruck psychogener Rücken- oder Kopfschmerz vermuten lässt. Vielmehr können auch Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln oder im Brust – und Herzbereich auftreten. 

 

Die Störung – die laut ICD-Richtlinie mindestens sechs Monate besteht – kann chronisch verlaufen und ist oft mit dem Missbrauch von Medikamenten oder Alkohol verbunden. Sie bestimmt und beeinträchtigt das Leben. Auf Dauer kann sie zu depressiven Störungen führen, teilweise kann Suizidgefahr bestehen. Je früher die ASS erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, einer Chronifizierung entgegen wirken zu können. Dabei ist es wichtig, dem Patienten  beizubringen, körperliche und psychische Faktoren auseinanderzuhalten, um Symptome klarer auseinanderhalten zu können. (10.2.2022 / Bild: bild.de) 

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, Steine wegzutragen. (Konfuzius)

PTBS

Menschen, die an einer PTBS leiden, befinden sich für einen eingegrenzten oder auch längeren Zeitraum in einer extrem bedrohlichen Situation, die ein psychisches Trauma auslöst. Es kann sich sowohl um ein einzelnes Ereignis handeln (zum Beispiel einen Unfall oder einen Überfall) als auch um ein über einen längeren Zeitraum laufendes Muster (sich wiederholende Misshandlungen oder Kriegseinsätze). Im letzteren Fall spricht man von einer komplexen PTBS, der – so vermuten Experten – besonders schwere oder langanhaltende Traumatisierungen vorangegangen sind. 
 
Der Betroffene fühlt sich in der Situation ohnmächtig, schutz-  und hilflos, verzweifelt, kann nichts tun, um das Geschehen zu verhindern oder sich und/oder andere zu schützen. Es tritt ein Kontrollverlust ein, es gibt keine Bewältigungsmöglichkeiten. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um ein Naturereignis handelt, das niemand hätte verhindern können, oder um einen Angriff oder Überfall eines anderen Menschen oder einer Gruppe von Menschen. Hier wird eine Grenze übertreten, der Betroffene hat unter Umständen das Gefühl, einem Feind in die Augen gesehen zu haben und versteht die Welt nicht mehr. 
 
Das Ereignis muss nicht notgedrungen dem Betroffenen selbst wiederfahren, auch Zeugen von zum Beispiel Verbrechen können diese Störung entwickeln. Die Reaktion auf das Erlebnis tritt verzögert ein, beziehungsweise ist protrahiert. Sie tritt innerhalb von sechs Monaten nach dem Ereignis auf, kann aber auch Jahre später durch einen Trigger ausgelöst werden.
 
Kennzeichnend für eine PTBS sind unterschiedliche psychische und psychosomatische Symptome. Typisch sind zum Beispiel eine vegetative Übererregbarkeit und sogenannte Flashbacks, in denen die Betroffenen Situationen wiederholt erleben. Betroffene sind oft überempfindlich, gereizt und aggressiv und leiden unter Schlafstörungen. Andererseits verlieren sie unter Umständen auch das Interesse an sozialen Kontakten und ihrer Umgebung. Die Partner von zum Beispiel heimkehrenden Soldaten haben oft das Gefühl, einen ganz anderen Menschen vor sich zu haben. 
 
Betroffene vermeiden Situationen, die sie an das Erlebte erinnern könnten, beziehungsweise meiden den Ort des Geschehens. Manche sehen Drogenkonsum oder erhöhter Alkoholkonsum als eine Möglichkeit, ihre Erinnerungen auszuschalten. 
 
Mit entsprechender Unterstützung kann eine PTBS überwunden werden, jedoch kann es auch zu chronischen Verläufen kommen. 

Wir sind alle anders gestrickt. Was den einen umhaut, lässt den anderen kalt. Und es kann sein, dass Erwachsene unter einer PTBS leiden, weil sie als Kind laut angeschrien wurden, und eine einzige derartige Situation kann ausreichend sein, um Spuren zu hinterlassen.  

 

Die Einführung der Diagnose „Posttraumatische Belastungsstörung“ fand in den 1980er Jahren statt, als eine Gruppe von Veteranen es schaffte, die American Psychiatric Association dazu zu bewegen, sich mit den entsprechenden Symptomen zu befassen. 

 

Ausgelöst wurde die PTBS in dem Fall durch Kriegshandlungen, also dem, was Soldaten gesehen und erlebt hatten. Sie hatten in Vietnam Todesängste ausgestanden, ohne eine Möglichkeit, der Situation zu entkommen oder etwas an ihr zu ändern. Sie hatten gesehen, wie Kameraden umgekommen waren. 

 

Bessel van der Kolk schreibt in seinem Buch „Verkörperter Schrecken“, dass sich die Welt der Betroffenen danach in diejenigen unterteilte, „die wissen, worum es geht und diejenigen, die davon keine Ahnung haben“. Die Erfahrung trieb also einen Keil zwischen z.B. Ehemann und Ehefrau, weil der Mann davon ausgeht, dass seine Frau ihn nicht verstehen kann. 

 

In Gruppentherapiesitzungen erzählten die Männer immer wieder von den Situationen, die sie durchlebte hatten, konnten oder wollten aber nicht über ihr Leben jetzt sprechen, zum Beispiel über ihre Probleme in der Ehe oder ihren Alkoholkonsum. Sie blieben in der Erinnerung stecken, die sich ihnen ständig wieder aufdrängte. Van der Kolk schreibt: „meine Patienten waren nicht in der Lage, die Kluft zwischen ihren Kriegserlebnissen und ihrem gegenwärtigen Leben zu überbrücken. Irgendwie war das Ereignis, das ihnen so großen Schmerz zugefügt hatte, gleichzeitig zum einzigen Faktor geworden, der ihrem Leben einen Sinn gab.“ 

 

Zu den Symptomen gehört eine erhöhte Hypervigilanz. Betroffene sind ständig auf der Hut und werden zudem von Flashbacks eingeholt. Sie werden von Alpträumen heimgesucht und leiden unter Schlafstörungen. Soziale Kontakte sind oftmals gestört, was – wie oben bereits angedeutet – zu Partnerschaftsproblemen führen kann, aber auch zu Problemen am Arbeitsplatz. Letzteres vor allem, wenn die Betroffenen versuchen, ihre Erinnerungen in Alkohol zu ertränken. Die innerliche Leere wird durch das Erzählen von Erlebtem gefüllt. 

 

Van der Kolk führt in seinem Buch jedoch auf, dass auf jeden ehemaligen Soldaten mit einer PTBS in etwa zehn Kinder kommen, die in ihrem Elternhaus gefährdet sind. Er schreibt: „Dieses ist besonders tragisch, weil Kinder nur schwer genesen können, wenn die Verursacher […] ihre eigenen Eltern sind.“ (24.1.2022 / Bild: dein-heilpraktiker.com) 

Die Kunst ist nicht, dass man mit dem Kopf durch die Wand rennt, sondern dass man mit den Augen die Tür findet. (Georg von Siemens) 

Glaubenssätze - das Erbe unserer Eltern

Wenn ein Mensch aus seinem Muster nicht entkommen kann und dies zu erheblichen Problemen führt, dann ist die Frage: Wo hat das Unheil seinen Anfang genommen? Meine persönliche Theorie ist es, dass jede Generation der nächsten etwas weiterleitet, überreicht. Das sind im Grunde viele kleine und ein paar wesentliche Botschaften. Diese Botschaften können positiv aber auch negativ sein. Wahrscheinlich bekommen wir alle einen Mix von Botschaften, und mit ihnen gestalten wir unser Leben – zu einem großen Teil unbewusst. Zur Gestaltung unseres Lebens gehören dann zum Beispiel die Partner- und Berufswahl. Die Botschaften sind die Grundlage für das, was wir äußern. Von Paul Wazlawik wissen wir, dass wir immer kommunizieren. Wir äußern und also auch, wenn wir meinen, dass wir uns nicht äußern. Und es kommt immer beim Gegenüber an. Wir können das nicht verhindern. 

Jetzt ist es so, dass Kinder sehr sensibel und aufnahmefähig sind. Vielleicht sogar schon von dem Moment an, an dem sie gezeugt werden. Das gilt es noch zu beweisen oder zu widerlegen. Tatsache ist jedoch, dass Kinder in einer anderen Welt leben. Grund dafür ist der Theta-Zustand, in dem sie von ihrem zweiten bis zu ihrem etwa fünften Lebensjahr verbringen. Zwischen dem fünften und achten Lebensjahr kommt es zu einer Veränderung der Gehirnwellen. Kinder wechseln dann in den Alpha-Zustand. 

Was passiert aber nun in dem Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren? Kinder leben in dieser Zeit in ihrer ganz eigenen Welt, die abstrakt und voller Fantasie ist. Sie nehmen alles auf, vielleicht mehr und intensiver als es später im Leben je wieder möglich ist. Sie nehmen Glaubenssätze an und nehmen Botschaften auf, die zwischen den Zeilen mitschwingen. Diese Glaubenssätze und Botschaften sind dann die Grundlage für ihr Leben. Und wenn sie dann später Mütter oder Väter sind, dann geben sie weiter, was sie erhalten haben. Hinzukommen Erkenntnisse und die Lebenserfahrung, die jedoch nicht von den anfänglichen Glaubenssätzen und Botschaften getrennt werden können. Vielmehr sind sie die Basis für Erkenntnisse und Lebenserfahrung. (4.1.2022 / Bild: pinterest.de)

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder. (Dante Alghieri) 

Dissoziative Störungen und Konversionsstörungen

Bei extrem belastenden Ereignissen kann es passieren, dass Betroffene die dazugehörigen Emotionen auf der bewussten Ebene nicht zulassen und verarbeiten können. Stattdessen blenden sie das Erlebte aus. So kann es zur Abspaltung von Erinnerungen und Persönlichkeitsanteilen bis hin zur Auslöschung der eigenen Identität kommen. Das eigentlich stabile „Ich“, zu dem Gedanken, Handlungen, Gefühle, Körperbewegungen gehören, zerfällt, beziehungsweise löst sich auf. Das Ergebnis ist eine dissoziative Störung, bei der Betroffene die Kontrolle über psychische und/oder körperliche Funktionen verlieren, was sich nach Außen in scheinbar neurologischen Symptomen zeigt. Einen körperlichen Befund gibt es nicht. Bei der Konversionsstörung – einer Form der Somatisierung – verlagern sich innere, psychische Konflikte auf die körperliche Ebene. Die Symptome, die sich dabei zeigen, stehen symbolisch für den Konflikt. 

 

Zu den dissoziativen Störungen (Reaktionen auf kurz zurückliegende traumatische Ereignisse sind) gehören: 

  • die dissoziative Amnesie (hierbei handelt es sich um einen teilweisen oder kompletten Gedächtnisverlust, der ausdrücklich nicht auf organischen Ursachen beruht, sondern eher auf zum Beispiel einem Unfall oder Überfall), 
  • die dissoziative Fugue (der Betroffene tritt die Flucht an, verlässt seine gewohnte Umgebung, nimmt eine andere Identität an und kann sich in der Tat weder an das eine noch das andere erinnern / dissoziative Amnesie. Die dissoziative Fugue kann wenige Tagen, aber auch länger andauern),
  • der dissoziative Stupor (Betroffene verfallen in eine mehr oder weniger ausgeprägte Starre, sprechen nicht mehr und zeigen keine Reaktion auf zum Beispiel Licht und Geräusche. Eine Bewusstlosigkeit kann ausgeschlossen werden, da die Muskeln nicht erschlafft sind und sich die Augen bewegen),
  • Zustände von Trance und Besessenheit (die persönliche Identität und die Wahrnehmung der Umwelt gehen zeitweise verloren und das subjektive Erleben, die Kognition und der Bewusstseinsrahmen sind verändert. Bei einem Besessenheitszustand hat es den Anschein, als sei der Betroffene von einem Geist, einer anderen Persönlichkeit, einem Gott besessen. Die Aufmerksamkeit ist stark eingegrenzt)
  • dissoziative Störungen der Bewegung und Sinnesempfinden (Konversionsstörung / Verlust oder Veränderung der Bewegungsfunktion oder der Empfindungen, bei der Betroffene häufig die psychische Ursache negieren)

 

Darüber hinaus existieren Subtypen,  so zum Beispiel das Ganser-Syndrom (auch Pseudodemenz oder Pseudodebilität genannt), die multiple Persönlichkeitsstörung (es existieren zwei oder mehr Persönlichkeiten, die von der Existenz der anderen kein Wissen haben) und Depersonalisierungsstörung (Entfremdungserleben) / Derealisationssyndrom (auch Derealisationssyndrom, welches sich als Veränderung der Selbst- und / oder Fremdwahrnehmung zeigt). 

 

Innere, seelische Konflikte zeigen sich bei einer Konversionsstörung auf der körperlichen Ebene, wobei zwischen der psychischen und physischen Ebenen oftmals ein logischer Zusammenhang besteht. Wenn Betroffene also wegen eines körperlichen Symptoms einen Arzt aufsuchen und der auf dieser Ebene keine Ursache finden kann, besteht die Möglichkeit, dass die Ursache an anderer Stelle, nämlich auf der psychischen zu suchen ist. 

Der Weg über das körperliche Symptom ist dabei sowohl ein Anzeichen dafür, dass es grundsätzlich ein Problem gibt (für das es wiederum eine Ursache gibt, nach der gesucht werden sollte) als auch eine Entlastung, eine Art Ventil. Das Problem muss sozusagen raus, sich zeigen und der Weg über den Körper ist das Mittel der Wahl. 

Wie schon erwähnt, können Rückenschmerzen damit zusammenhängen, dass jemand eine große Last trägt. Das wäre der oben genannte logische Zusammenhang. Und obwohl diese Last seelischen Ursprungs ist, zeigt sie sich auf der körperlichen Ebene. 

Ein anderes Beispiel ist das Problem, dass nicht klar ist, welcher der bessere Weg ist, beziehungsweise dass jemand einen Weg nicht gehen will. Klar ist, dass es sich hier nicht um den Weg in Form z.B. eines Fußwegs handelt, sondern es um Entscheidungen geht. Aus dieser seelischen Situation können sich dann zum Beispiel Schmerzen als auch Lähmungen den Knien ergeben. 

Es ergibt sicherlich Sinn, bei allen körperlichen Symptomen zunächst einen Allgemeinmediziner oder Facharzt aufzusuchen, doch wenn der keinen Befund liefern kann, ist es unter Umständen an der Zeit, zu überlegen, was sich auf der seelischen Ebene abspielt. 

Dazu passt die Geschichte des 16-jährigen Daniel, dessen Körper auf unter anderem schulischen Druck und familiäre Belastungen mit einer Querschnittslähmung reagierte. Die Ärzte konnten keine körperlichen Ursachen finden, aber dann begann der Schüler eine Psychotherapie.. Während einer Gesprächstherapie erkannte Daniel, was er über einen längeren Zeitraum heruntergeschluckt hatte. Die Diagnose war letztendlich: psychogene Bewegungsstörungen und Lähmungen. Dass die inneren Konflikte identifiziert und aufgelöst werden konnten, hat schlussendlich die Wende gebracht. Heutzutage kann Daniel wieder laufen. (15.12.2021 / Bild: therapie.de) 

Jeder Mensch ist ein Mond mit einer dunklen Seite, die er niemals jemandem zeigt. 
(Mark Twain) 

Die soziale Phobie

Die soziale Phobie beginnt überwiegend in der Jugend. Wenn sie dazu führt, dass die Schule nicht mehr besucht wird, kann das dazu führen, dass junge Menschen ohne Schulabschluss bleiben. Außerdem gehen Betroffene oftmals nicht mehr zum Sport oder anderen Veranstaltungen, die junge Leute normalerweise besuchen und können dadurch in eine soziale Isolation geraten.
 
Sie vermeiden den Kontakt zu anderen, weil es ihnen Unbehagen in Form von Erröten oder Händezittern bereitet. Ihre Hände sind unter Umständen sehr kalt oder verschwitzt, und es besteht die Angst, dass – wenn sie Hände schütteln müssen – dies verbalisiert wird. Weitere Symptome sind unter anderem Übelkeit, aufsteigende Hitze, Durchfall, der Drang zum Wasserlassen, aber auch vegetative Anzeichen wie starkes Herzklopfen / Herzrasen. Blickkontakte werden  oftmals vermieden. Es fällt Betroffenen schwer, ein normales Gespräch zu führen, da die Gedanken um die Situation / die Angst kreisen.
 
Betroffenen ist es im Klassenzimmer fast unmöglich, sich zu melden, denn ihr geringes Selbstwertgefühl gepaart mit der Angst vor Kritik, einer negativen Bewertung und der Befürchtung, den Erwartungen nicht entsprechen zu können, verhindern das. Sich im Klassenzimmer zu melden, bedeutet im Mittelpunkt zu stehen, was Betroffene vermeiden möchten. Ihnen fehlt die Fähigkeit, die Situation richtig einzuschätzen. Sie übersehen zum Beispiel, dass auch andere nicht immer eine richtige Antwort geben.
 
Die soziale Phobie unterteilt sich in die isolierte soziale Phobie, die sich auf bestimmte Situationen bezieht, und die generalisierte soziale Phobie, die sich auf alle zwischenmenschlichen Kontakte bezieht.
 
Aus einer selbstgewählten Isolation entsteht dann zum Beispiel auch eine reduzierte Sozialkompetenz (eine Fähigkeit, die wir wie einen Muskel ständig trainieren müssen). Manche Betroffene versuchen ihre soziale Phobie mit Perfektionismus auszugleichen. Da andere Menschen bemerken könnten, dass sie unsicher oder nervös sind, ist dies ein gutes Ablenkungsmanöver. Andere Mittel, die Betroffenen probat erscheinen, es aber letztendlich nicht sind, weil sie das Übel nicht an der Wurzel greifen, sind der Konsum von Drogen und Alkohol oder auch der Missbrauch von Medikamenten.
 
Abzugrenzen von einer Sozialphobie sind Schüchternheit oder Introvertiertheit. Differentialdiagnostisch müssen Wahn, Depression, Zwang und Agoraphobie ausgeschlossen werden.
 
Letztendlich ist ein junger Mensch, bei dem sich eine soziale Phobie entwickelt und diese  nicht behandelt wird, in der Situation, dass er sich vielleicht irgendwie durchschlängeln kann, aber das Problem mit Vermeidungstechniken ist eben, dass sie nicht nur vermeiden sondern auch verhindern und zwar den normalen Ablauf eines Lebens. Und wenn ein junger Mensch dann letztendlich keinen Schulabschluss besitzt, ergeben sich daraus auch finanzielle Konsequenzen für sein Leben. Vorhandene Fähigkeiten und Talente können nicht ausgelebt werden. Der Weg in die Depression ist dann fast unumgänglich.
 
Da die soziale Phobie eine psychogene Störung (wie auch zum Beispiel die Agoraphobie) ist, ist Psychotherapie indiziert. Psychogene Störungen sind psychische Belastungen und Erkrankungen, die die Entfaltung der Persönlichkeit behindern. Eine eigenständige – wenn auch eingeschränkte – Gestaltung des Alltags ist jedoch möglich.
 
Was Therapien anbelangt, so gibt es die Wahl zwischen eine kognitiven Verhaltenstherapie (verbunden mit einem Training für soziale Kompetenzen und dem Erlernen von Entspannungsverfahren), Psychoanalyse oder einer tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie.
 
Andererseits besteht in Hypnotherapie-Sitzungen die Möglichkeit, die Ursachen zu erforschen und den Blickwinkel auf die Angststörung zu verändern, um so eine Erleichterung zu schaffen. Eine weitere Möglichkeit sind Klopftechniken (MET = Meridiane Energie Technik oder EFT = Emotional Freedom Technique), die Blockaden auflösen können. Man geht davon aus, dass ein Erlebnis oder eine Reihe von Erlebnissen eine Blockade auf energetischer Ebene verursacht hat, die durch Klopfen von Akupunkturpunkten wieder gelöst wird, damit das Chi oder Ki wieder frei fließen kann.
 
Was die Verhaltenstherapie anbelangt, so gibt es einen Selbsterfahrungsbericht im Internet von Stephan Wiessler, bei dem die soziale Angststörung nie diagnostiziert wurde (weil er scheinbar nie in Behandlung war), der sich aber selbst eine eigene Verhaltenstherapie verordnete. Er erkannte, dass er Angst vor Menschen hat, also sprach er gezielt Menschen an, bis die Angst geringer wurde und schließlich verschwand.

Betroffene, die nicht diesen Mut beziehungsweise Fähigkeit oder Idee haben, lernen in der Verhaltenstherapie unter Anleitung eines Therapeuten oder Heilpraktikers für Psychotherapie, sich und andere realistisch und ausbalancierter zu bewerten. Betroffene sollen außerdem lernen, sich von der Meinung und Bewertung anderer unabhängiger zu machen. Entspannungsverfahren sowie körperliche Aktivitäten können unterstützend wirken. (5.12.2021 / Bild oben: gesund.co.at / Bilder unten: instamerch.de)  

 Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an!
(Johann Wolfgang von Goethe)

Bluthochdruck ...

Mit Blutdruck bezeichnet man die Kraft, die das Blut auf die Wand von Arterien und Venen ausübt. Ohne diese Kraft könnten die Organe nicht bis in die Zellen hinein mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Ein optimaler Blutdruck liegt bei unter 120/80. Ein normaler Wert liegt bei 120-129/80-84 mmHg. Bluthochdruck startet ab 140/90 mmHg.
 
Bluthochdruck kann körperliche Ursachen haben, eine primäre oder essentielle Hypertonie jedoch weist keine Grunderkrankung auf. Der erste Weg führt einen Betroffenen zum Allgemeinmediziner, der zunächst nach körperlichen Ursachen sucht und durch eine Ausschlussdiagnose (also nach Ausschluss aller anderen möglich körperlichen Ursachen) die essentielle Hypertonie feststellt. Der nächste Schritt ist dann die Bestimmung der Ursache. Hier gibt es diverse Möglichkeiten:  
 
Es kann sein, dass der Patient familiär und damit genetisch vorbelastet ist, was bedeutet, dass er nicht der einzige im engeren Familienkreis ist, der betroffen ist. 
 
Viele Menschen achten heutzutage nicht mehr auf einen gesundheitsförderlichen Lebensstil, beziehungsweise stecken in einer Lebenssituation fest, die negative gesundheitliche Folgen haben kann. Wesentliche Faktoren sind fortwährender Stress, unregelmäßiger Schlaf, chronische Belastungssituationen mit gleichzeitig zu wenigen Entspannungsphasen. 
 
Erwähnenswert ist die Möglichkeit von Ängste, Anspannungen, Ärger oder Feindseligkeiten, denn psychodynamische Theorien gehen von der Vermutung unterdrückter Aggressionen aus. Es besteht die Angst, durch die Äußerung der eigenen Meinung und der Verteidigung des eigenen Standpunktes, die Zuneigung anderer Menschen zu verlieren, was zur Unterdrückung der eigenen Gefühle führt. In der essentiellen Hypertonie drücken sich diese dann aus. 
 
Eine schlechte Ernährung (zum Beispiel ein zu hoher Salzkonsum und/oder eine zu niedrige Kaliumzufuhr) gekoppelt mit Übergewicht und zu wenig Bewegung ist ebenfalls einer der Risikofaktoren für eine essentielle Hypertonie. Weitere Risikofaktoren sind Nikotin- und übermäßiger Alkoholkonsum. 
 
Essentielle Hypertonie macht ungefähr 85 Prozent aller Hypertonie-Fälle aus. In der Gruppe der Patienten mit einer essentiellen Hypertonie befinden sich viele Menschen im fortgeschrittenen Alter (Männern ab 55 Jahren, Frauen ab 65 Jahren). 
 
Wenn man sich nun eine Situation vorstellt, aus der heraus sich eine essentielle Hypertonie entwickeln kann, so wäre dies zum Beispiel der Stress und im Besonderen der Stress in Verbindung mit der Situation am Arbeitsplatz. 
 
Die STARLET-Studie wurde bereits vor über 20 Jahren durchgeführt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass nur 36 Prozent von den knapp 3.500 Untersuchten zwischen 35 und 60 Jahren am Arbeitsplatz einen normalen Blutdruck hatten. Hauptverursacher – so sahen es die Wissenschaftler – ist Stress. 
 
Nun gibt es Situationen, in denen der Blutdruck kurzfristig erhöht ist, wenn man zum Beispiel etwas Schweres tragen muss. Ganz anders sieht es aus, wenn jemand viel Verantwortung trägt, jedoch gleichzeitig über wenig Entscheidungsspielraum verfügt. Das ist die Gruppe derjenigen, die am häufigsten unter einer essentiellen Hypertonie leiden.  
 
Wenn es beispielsweise um das Thema Zeitdruck geht, ist es nicht so, dass generell jeder viel in kurzer Zeit schaffen muss, sich so unter Druck fühlt, dass sich daraus zwangläufig Bluthochdruck entwickelt. Hier ist es eine Sache der persönlichen Einstellung. Es gibt Menschen, die unter diesem Zeitdruck leiden, andere empfinden dieses Gefühl als Ansporn. 
 
Die meisten Arbeitnehmer, die an Bluthochdruck leiden, arbeiten übrigens in der Automobilindustrie. Hier weisen zwei Drittel einen erhöhten Blutdruckwert auf. 
 
Nun hat die Arbeit oder die Anstellung einen ganz besonderen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Mit ihr sind Anerkennung genauso verbunden wie Sicherheit. Sie gibt uns Halt und das Gehalt ist unsere Lebensgrundlage. Entsteht hier nun die Verbindung zum Stress, hat das oft negative Folgen und es ist auch so, dass es nicht leicht ist, der Situation zu entkommen. Viele empfinden die Arbeit deswegen insgesamt als eine Belastung, viele haben innerlich gekündigt, aber die Bequemlichkeit lässt sie verharren, bzw. die Vorstellung, dass es in einer anderen Firma nicht anders wäre, nimmt ihnen die Motivation, sich anderweitig zu bewerben. Eine der Folge ist, dass viele sich von Urlaub zu Urlaub hangeln. Doch den Urlaub, wie er früher einmal war, den gibt es für viele heute nicht mehr. Viele Arbeitnehmer haben auch im Urlaub Handy oder Laptop dabei. Die Zeit, die früher dazu da war, auszuspannen, hat somit ihre Qualität und ihren Sinn für viele verloren. (2.11.2021 / Bild: menshealth.de)


Blut is ein ganz besondrer Saft. (Johann Wolfgang von Goethe)

Anorexia Nervosa ... 

Die Anorexia nervosa (auch Magersucht, Pubertätsmagersucht oder Weight-Phobia) ist neben der Bulimia nervosa die zweite Hauptform der Essstörungen. Betroffene leiden an einer Körperschemastörung und beabsichtigen gezielt eine krankhafte Gewichtsreduktion, die zu Unterernährung führt. Neben der reduzierten Nahrungsaufnahme (zum Beispiel Weglassen ganzer Mahlzeiten), nutzen Betroffene Abführmittel sowie Appetitzügler und Fettresorptionshemmer, treiben exzessiv Sport, sind hyperaktiv und induzieren Erbrechen. Das Hungergefühl wird unterdrückt durch Trinken von großen Mengen an Flüssigkeiten. Um die Gefahr des Kontrollverlusts zu verringern, folgen sie oftmals einem exakten Tagesplan. 
 
Erkrankte zeigen keine Krankheitseinsicht, halten sich selbst, wenn sie bereits untergewichtig sind (ab einem Body-Mass-Index von unter 18,49), immer noch für zu dick (durch die oben erwähnte Körperschemastörung) und hungern weiter. Das Gewicht von Betroffenen ist in etwa 15 Prozent geringer als das von in Alter und Größe vergleichbaren Personen. 
 
Betroffene sind vor allem Mädchen und junge Frauen. Die meisten erkranken im Alter von etwa 16 Jahren. Zu den Risikogruppen gehören außerdem Schauspieler, Models und Sportler. 
 
Durch den Mangel kommt es zu körperlichen Symptomen wie zum Beispiel Herz- und Kreislaufbeschwerden, Blutbild- und Knochenveränderungen, Probleme mit Zähnen und der Haut. Im Extremfall kann eine Anorexia nervosa zum Tod führen, wie die Geschichte von Bahne Rabe zeigt. 
 
Der Ruderer, der 1988 in Seoul als Schlagmann des Deutschland-Achters Olympia-Sieger wurde, starb im August 2001 im Alter von nur 37 Jahren an einer Lungenentzündung als Folge einer jahrelangen Magersucht. Er soll – bis zu dem Zeitpunkt, an dem er endgültig zusammenbrach – nur noch 300 Kilokalorien täglich zu sich genommen haben. Bei einer Körpergröße von etwas über zwei Metern, wog er fünf Jahre nach seinem Karriereende zuletzt schließlich nur noch 60 Kilogramm. Als er 1988 auf das Siegertreppchen stieg, hatte er noch 95 Kilogramm gewogen. 
 
Bahne Rabe gehörte als Sportler zu einer der Risikogruppen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Anorexia athletica. Allerdings sind im Fall von Bahne Rabe zwei Dinge bemerkenswert: Rabe starb – wie gesagt – fünf Jahre nachdem er sich entschlossen hatte, aus dem aktiven Sport auszusteigen und – dies war Thema einer Dokumentation aus dem Jahr 2002 – auch seine beiden Geschwister litten unter Magersucht. (27.10.2021 / Bild: saudedica.com.br)


Man träumt nicht mehr so schön, wenn man erwachsen ist. 

Wie kannst Du Deine Schwingung erhöhen?

Je höher Deine Schwingung ist, desto geringer ist das Risiko, dass Du – zum Beispiel – an einem Virus erkrankst. Nun gibt es Gründe dafür, dass Du unter Umständen gerade niedrig schwingst. Diese können sein: 

  • Ängste, Phobien, Stress und Anspannung 
  • Wut und Eifersucht 
  • Hass und Gier 


Was wir verstehen müssen, ist, dass eine niedrige Schwingung unser Immunsystem schwächt. Die Frequenz der Erde beträgt derzeit 24,7 Hz. Es gibt Orte, an denen die Schwingung besonders niedrig ist, wie zum Beispiel in Hilfezentren, Krankenhäusern und Gefängnissen. Auch an allen Orten unter der Erde ist die Schwingung niedrig. Du solltest es also vermeiden, eine Wohnung im Souterrain anzumieten. Auch solltest Du Deinen Kindern erklären, dass warum sie in keinem Zimmer im Keller wohnen sollten. Denn dies ist ein Ort, wo die Schwingung unter 20 Hz fällt. 

Andere Situationen, die eine niedrige Schwingung erzeugen, sind: 

  • Schmerzen (01, bis 2 Hz) 
  • Furcht (0,2 bis 2,2 Hz) 
  • Gereizt sein (0,9 bis 6,8 Hz) 
  • Lärm (0,6 bis 2,2 Hz) 
  • Stolz (0,8 Hz) 
  • Überlegenheit (1,9 Hz) 


Um der niedrigen Schwingung zu entkommen und höher zu schwingen, kannst Du: 

  • großzügig sein (95 Hz) 
  • dankbar sein (150 Hz) 
  • Mitgefühl haben (150 Hz) 


Die Frequenz von Liebe und Mitgefühl liegt bei 150 Hz und sogar darüber. Bedingungslose und universelle Liebe beginnt ab 205 Hz. 

Du kannst in der Tat jeden Tag etwas für eine hohe Schwingung tun, zum Beispiel: lieben, lächeln und segnen. Oder: malen, singen, tanzen und spielen. Vielleicht magst Thai Chi oder Yoga? Perfekt! Mach einen schönen Spaziergang durch den Wald, genieße die Natur! Es gibt Lebensmittel, die uns die Natur (und nicht die Industrie!) gibt. Trinke gutes Wasser und … bete. Die Schwingung eines Gebets liegt im Bereich von 120 bis 350 Hz. 

Diese Informationen stammen aus dem Buch „Power vs. Force“ von David R. Hawkins. Zusammengefasst wurden sie von dem Naturtherapeut Dr. Harshal Sancheti. 

Dankbar habe ich sie angenommen! (18.9.2021)


Seelen erkennen einander an der Schwingung, nicht am Aussehen. (Yvonne van Dyck)

Wahrheit und Lüge! Richtig oder falsch?

Was wir brauchen, um zu erkennen, was gut und richtig für uns ist oder auch um zwischen einer Lüge und der Wahrheit unterscheiden zu können, brauchen wir unser Bauchgefühl, unsere innere Stimme, unsere Intuition. An dieser Stelle kann uns in der Tat unser Körper helfen. Wir wissen, dass Körper und Psyche eine Einheit bilden und nicht voneinander getrennt betrachtet werden sollten. Aber welche Teile unseres Körpers können uns an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang unterstützen? 

In unserem Gehirn sitzt unsere Zirbeldrüse. Mit ihr können wir unterschiedliche  Informationen aus unterschiedlichen Quellen kombinieren und es fällt uns auf, wenn die Informationen A, B und C nicht logisch zusammenpassen. Wir können uns mit dem Dateneingang befassen und finden so heraus, dass zum Beispiel Information B nicht korrekt ist. Also nehmen wir Information B heraus oder finden heraus, was genau nicht stimmt,  beziehungswiese was richtig ist und fügen eine aktualisierte Information B hinzu. So wird das Bild stimmiger und wir können mit korrekten Fakten weiterarbeiten. 
Ein gutes Beispiel für die Unfähigkeit, unterschiedliche Informationen korrekt miteinander zu verbinden, finden wir im Bereich Ernährung. Das sind die Aussagen: 

  • Es ist wichtig, viel frisches Obst und Gemüse zu essen, um gesund zu bleiben! Fünf bis neun Portionen sind optimal! 
  • Die Menschen in der westlichen Welt essen zu viele verarbeitete Lebensmittel, die zu wenige Vitalstoffe enthalten und sie essen zu wenig frisches Obst und Gemüse!
  • Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wird abgeraten! Die nützen sowieso alle nichts!


Was sollten wir an dieser Stelle hinterfragen, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen? Wir könnten zum Beispiel darüber nachdenken, ob sämtliche Nahrungsergänzungsmittel nichts nützen. Tatsache ist, dass dieser Markt ein großer Markt ist mit vielen verschiedenen Produkten. Die logische Folgerung wäre also, dass es große Qualitätsunterschiede gibt. Ergo gibt es sicher einige Produkte, die wenig helfen, die eigene Gesundheit zu unterstützen. Andererseits gibt es auch sehr gute Produkte, die einen wesentlichen Unterschied machen können. Und wer zu wenig frisches Obst und Gemüse isst, sollte die Allgemeinplätze verlassen und sich auf dem Markt der Vitalstoffe einmal umsehen, um den Test zu machen und dann zu entscheiden. 

Ein weiteres Körperteil, das uns unterstützt, wenn es darum geht, was gut und richtig für uns ist, ist unser Darm. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir auf unsere Darmgesundheit achten und uns ab und zu eine Kur für den Darm gönnen. Viele Menschen haben einen verschlackten Darm, der verhindert, dass das Gute aus der Nahrung an sein Ziel kommt. Zudem belasten wir unseren Darm durch ständige Snacks und späte Mahlzeiten. Hier wirkt eine Intervallfastenkur, denn wenn der Darm mal nichts zu tun hat, wird der Kopf freier. Das liegt daran, dass es eine Datenautobahn zwischen Hirn und Darm gibt. Und: Es ist in der Tat der Darm, der mehr Informationen nach oben schickt als andersherum. Ist der Darm jedoch mit der Verdauung beschäftigt, dann passiert das nur eingeschränkt. 

An dieser Stelle noch einmal zum Thema Lüge und Wahrheit. Vielen geht es heute so, dass sie von Informationen überflutet werden. Wenn wir unsere Zirbeldrüse wieder aktivieren und dem Darm auch mal eine Pause gönnen, dann wird es leichter zu unterscheiden. Dann können wir entscheiden, dass wir wieder auf unseren Bauch hören. Dann können wir unserer Intuition folgen und kommen besser durchs Leben. 

Dabei muss eine Entscheidung, die für uns richtig ist, nicht automatisch auch für jemanden anders richtig sein. Wir können, dürfen und sollten und manchmal von der Menge abgrenzen, denn schließlich ist es „mein“ Leben! 

(30.8.2021 / Bild: hanf-extrakte.com) 

Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch! (Franz Xaver Mayr) 

Elf Gewohnheiten, die Dich glücklich machen

Was machen diejenigen, die glücklich(er) sind anders, als diejenigen, die scheinbar ständig den Kopf hängen lassen? Könnten wir alle glücklich(er) sein? Gibt es ein Rezept? Ist glücklich zu sein eine Entscheidung? 

Es gibt Menschen, die besser durch Krisen kommen, schneller wieder aufstehen und das selbst nach harten Schicksalsschlägen. Was tun sie, was jeder tun könnte? Hier sind die elf Gewohnheiten, denen sie nachkommen und für die auch Du Dich entscheiden kannst: 

1.) Nimm Dich an, so wie Du bist. Sei Du selbst - es kommt sowieso raus!
2.) Tu etwas für andere! Das ist nicht nur gut für die anderen ... 
3.) Pflege Deine Beziehungen und lasse Dich auch auf neue Beziehungen ein!
4.) Bewege Dich, Dein Körper aber auch Dein Geist werden es Dir danken!
5.) Schau auf das, für das Du dankbar sein kannst! 
6.) Triff Dich mit Deiner Familie, Deinen Freunden und Deinen Nachbarn und feiert Feste!
7.) Hast Du Ziele und Pläne, auf die Du Dich freust? Nein? Dann überleg Dir etwas!
8.) Wage Neues, mach Dinge auch mal anders!
9.) Steh wieder auf, wenn Du hinfällst! 
10.) Sei zuversichtlich, sehe das Gute und vertraue darauf, dass es kommt!
11.) Sei Dir bewusst darüber, dass Du Teil eines Großen bist!
(26.8.2021) 

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Die Dankbaren sind glücklich! (Sir Francis Bacon) 

Energie und Wohlbefinden

Man sagt, dass wir alle – sicher mit einigen Ausnahmen – mit 100 Prozent Energie auf die Welt kommen. Man sagt auch, dass wir 70 Prozent davon verlieren können, bevor wir etwas merken. Bevor wir also merken, dass es uns körperlich und / oder geistig nicht mehr so gut geht wie früher mal. Wir kommen also mit vollen Depots auf diese Welt, und dann leeren sie sich. Langsam und stetig. Und wenn wir alt sind, dann sind wir krank. 

Nun ist es so, dass Krankheiten sich sozusagen anschleichen. Sie sind das Ergebnis von den vielen Dingen, die wir getan oder auch unterlassen haben über die Jahre hinweg. Dabei wissen wir es eigentlich viel besser: Bewegung an der frischen Luft, auch mal zur Ruhe kommen und gesundes Essen. 

Dabei ist Gesundheit nicht einfach die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist mehr als die Summe der einzelnen Dinge, die man auf dem Aufnahmeformular beim Arzt nicht ankreuzen muss. 

Inzwischen ist es allgemein akzeptiert, dass wir krank werden, wenn wir alt werden. Oder anders gesagt: Je älter wir werden, desto kränker sind wir. Aber ist das wirklich wahr? Muss das autimatisch so passieren? Muss das so sein? Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir dorthin erzogen wurden über die letzten Jahrzehnte. War es nicht vielmehr so, dass die Menschen früher an Altersschwäche starben, aber nicht an Krankheiten? Ein Hinweis, dass etwas sehr falsch läuft, ist die Tatsache, dass es Regionen in dieser Welt gibt, in denen Krankheiten, die in der westlichen Welt Gang und Gebe sind, nicht existieren. Das müsste uns doch eigentlich neugierig machen und zum Nachdenken bringen. Das müsste uns doch dahin bringen, dass wir überlegen, was wir falsch machen, was andere richtig machen. 

Und so ist zum Beispiel die Frage, was mir wichtiger ist: Mich abends noch in die Küche zu stellen, um einen Salat zu machen oder den Fernseher anzuschalten, während die Pizza im Ofen warm wird? Oder falle ich einfach aufs Sofa und gehe nicht mehr spazieren? Habe ich immer im Hintergrund das Radio laufen oder genieße ich die Stille, wenigstens für ein paar Minuten jeden Tag. Vielleicht entscheide ich mich dazu, etwas Gemüse auf meinem Balkon anzubauen oder wenigstens ein paar Sprossen zu ziehen. Es muss ja nicht gleich ein ganzes Gewächshaus voll mit Gemüse sein.

Es gibt sicher das perfekte Leben, und es ist mit Sicherheit schwierig, dieses Leben zu leben. Aber man kann etwas Perfektion in sein Leben einbauen. Wer ein paar Schritte in die richtige Richtung geht, wird merken, dass sich ein Wohlbefinden einstellt, von dem man dann doch mehr haben möchte. (17.8.2021) 


Wer ein Übel erkennt, hat es schon fast geheilt. (Prentice Mulford) 

Der Heinz in Dir!

Vor Jahren beeindruckte mich ein Fernsehbeitrag nachhaltig, in dem es um das Thema Glück ging. Oder besser gesagt: Wie schafft man es, ein glücklicher Mensch zu sein. Es gab etwas Theorie, ein paar Ideen, es wurde über die Glückshormone gesprochen und dass man sich mal etwas besonders Schönes gönnen sollte. Es war nett, zu sehen, dass jemand zusammengetragen hatte, was ich eigentlich schon wusste. 
 
Es war letztendlich nur ein Punkt, der mich überraschte und amüsierte, bei dem ich zunächst etwas stutzig schaute, der mich dann jedoch zum Nachdenken brachte und der dazu führte, dass sich insgesamt bei mir etwas änderte. Dieser Punkt war: Machen Sie sich ruhig mal zum Heinz! 

In einer Welt, in der es insgesamt doch recht ernst zugeht und in der alle perfekt sein möchten, ist es fast wie eine Erleichterung, wenn man mal das innere Kind rausholt und seinen inneren Spontaneingebungen folgt und mal etwas Albernes macht. Man kann andere zum Lachen bringen und selbst mitlachen. Man kann andere dazu animieren, auch einmal etwas Albernes zu machen und dann auch wieder mitlachen. Man muss das sicherlich nicht allein machen, in der Gruppe macht es sicher mehr Spaß. Auf der anderen Seite sollte man sich nicht von einer Gruppe zurückhalten lassen, in der keiner genug Humor hat, um etwas Schabernack zu treiben oder einfach mal loszulassen und nicht darüber nachzudenken, was die anderen denken mögen, wenn man aus dem Korsett ausbricht. 

Diese Einstellung – nicht immer alles bierernst zu nehmen – bringt etwas Leichtigkeit und erhöht die Schwingung. Es ist eine Möglichkeit, Stress abzubauen, sich etwas freier zu fühlen. Das ist gut für die Psyche und was für die Psyche gut ist, ist für den ganzen Körper gut. 
 
Ich baue seitdem ich diesen Beitrag gesehen habe, immer wieder gerne Sandburgen am Strand. Ich kaufe mir Eimer und Schaufel und sammle Muscheln und los geht’s. Oder wie wär’s mit Liedchen summen in der U-Bahn? 

Eigentlich bin ich ganz anders – ich komme nur viel zu selten dazu. (Ödön von Horváth)

Bleibt alles anders?

Wenn man die Menschen fragt, was sie über die Zeit denken, in der wir leben, dann sagen manche, dass sie ihnen Angst macht, andere finden das, was derzeit passiert spannend, viele schauen sich interessiert an, was um sie herum geschieht. Die Frage ist: befinden wir uns auf nur einer Straße, die uns irgendwohin führt oder gibt es mehrere Wege und können wir uns selbst einen aussuchen. Die Antwort ist wohl eine Mischung aus beidem, denn ich bin in erster Linie ich und du bist du! Ich gehe mit der jetzigen Situation (so wie auch mit jeder anderen) auf meine Art um. Und du gehst mit ihr auf deine Art und Weise um. Wie wir mit ihr umgehen, ist also absolut individuell und zwar basierend auf unseren Erfahrungen und Programmen. 

 

Die nächste Frage ist, macht die Situation etwas mit mir oder mache ich etwas mit der Situation? Also, mache ich die Augen auf und versuche zu verstehen, was ich für einen Nutzen oder Wissen für mich (und auch die Menschen um mich herum) aus den Geschehnissen ziehen kann. Oder mache ich die Augen zu und warte, bis mich jemand aufweckt und mir dann hoffentlich sagt, dass alles vorbei ist. Wenn ich so verfahre, was habe ich dann zu erwarten? Nun ja, wohl etwas, was mir hoffentlich gefällt, was ich aber nicht beeinflusst habe. Was aber, wenn es mir nicht gefällt und ich dann merke, dass ich etwas hätte tun können, um dem Ganzen auch meinen Stempel aufzudrücken? 

 

Was man sagen kann, ist sicher, dass es nie wieder so sein wird wie vorher. Manche Abläufe werden zurückkehren, weil sie sich als sinnig, praktisch, einfach erwiesen haben. Andere werden nicht mehr möglich sein, aus was für Gründen auch immer. Wie das im Detail aussehen wird, wird sich zeigen. Alle, die die Augen offen haben, können Einfluss auf das nächste Stück Weg haben, können sich darauf einstellen und werden es als einfacher empfinden, sich auf das Neue einzustellen. Alle, die die Augen offen haben, werden beeinflussen können, was kommt, indem sie vielleicht auch offenen Auges verhindern können, was niemand möchte. 

 

Was auf jeden Fall wichtig ist, ist, dass wir in der Liebe bleiben und jeden mit seinen Entscheidungen und Fehlern akzeptieren. Nur so können wir zu einem späteren Zeitpunkt, der hoffentlich bald kommt, uns wieder und vielleicht sogar besser aufeinander einstimmen. In jeder Brust schlägt ein Herz, was dazugehören möchte! … (27.6.2021)
... Ich kenne den Urheber des Bildes, das hier nutze nicht, möchte mich aber für das schöne Motiv bedanken und nenne ihn gerne, wenn er oder sie sich bei mir meldet! 


Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! 

Sind wir alle miteinander verbunden?

Kennen wir uns wirklich selbst? Die Antwort lautet wahrscheinlich „nein“, denn es gibt immer wieder Momente, in denen wir uns selbst nicht verstehen. Da scheint es diesen Raum in uns selbst zu geben, den wir nicht sehen; diese Ecke, in die kein Licht fällt. Nennen wir diesen Raum unser Unterbewusstsein. In der Hypnose können wir die Tür öffnen und kurz hineinschauen in den Raum, bevor wir die Tür wieder schließen und in unsere reale Welt zurückkehren. Wir können das Licht anknipsen für einen kurzen Moment und in uns hineinsehen und erkennen, warum wir der Mensch geworden sind, der wir sind. Wir erkennen unsere Motive, woher Ängste oder sogar Krankheiten kommen.

 

Aber was passiert den Rest der Zeit über? Was passiert in der Zeit, während wir wach sind und unserem normalen Alltag nachgehen? Nun, wir lassen uns von unseren Gefühlen leiten, die wiederum von unserem Unterbewusstsein gesteuert werden. Die Gefühle siegen immer über die Vernunft. Wir wissen sozusagen oft nicht, warum wir etwas Bestimmtes tun. Die Frage ist nun aber, weiß es unser Gegenüber? Weiß unser Gegenüber, warum wir etwas tun? Erkennt unser Gegenüber uns? Sieht mein Gegenüber etwas in mir, was ich selbst nicht sehe? Meinen blinden Fleck? 

 

Dazu wechsel ich zum Thema „Liebe“ über. Ich meine in der Tat die Liebe für den Lebenspartner. Ich denke, dass es an dieser Stelle deutlich wird: Denken wir einmal daran zurück, als wir unseren Lebenspartner oder derzeitigen Partner kennengelernt haben. Erinnern wir uns an die Schmetterlinge im Bauch, dieses unbeschreibliche Gefühl. Nun kommt oft die Frage – von unseren jeweiligen Partnern oder aus unserer Umgebung – warum wir genau diesen Menschen lieben. Oftmals können wir es nicht genau sagen oder beschreiben. Wir antworten irgendetwas, aber sind das nicht oft nur Allgemeinplätze? „Ich liebe sie, weil sie Humor hat und hilfsbereit ist!“ Oder: „Ich liebe ihn, weil er mich zum Lachen bringt und immer freundlich zum Kellner ist!“ War das schon alles? Ist es das überhaupt? Ist es nicht eher so, dass wir jemanden lieber, trotzdem er manchmal mürrisch und unfreundlich zum Kellner ist? Könnte es sein, dass wir jemanden lieben, weil unser blinder Fleck den blinden Fleck des anderen sieht? Ist das die Chemie, von der wir immer sprechen? 

 

Ich kann mich nicht ganz sehen. Aber mein Gegenüber kann etwas in mir sehen, was ich selbst nicht sehen kann. Ich kann Gedanken unausgesprochen lassen, aber sie sind trotzdem da und der andere spürt sie. „Man kann nicht nicht kommunizieren“, sagte Paul Wazlawik. Sind wir also über die unausgesprochenen Gedanken miteinander verbunden. Sind wir über unser Bauchgefühl mit unseren Mitmenschen verbunden? 

 

Wir fühlen uns zu Menschen hingezogen oder eben auch nicht. Das eine könnte man die positive, das andere die negative Verbindung nennen, aber es lässt sich nicht leugnen, dass da etwas ist. (9.6.2021) 


Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht. (Christian Morgenstern) 

Komm in die Ruhe!

Überall Geräusche und Eindrücke, immer etwas zu tun! Die Frage, die sich an dieser Stelle stellt, ist: „Bleiben wir dabei auf der Strecke?“ Die Antwort kennen wir bereits, sie lautet: „Ja!“

Ein typischer Tag beginnt für viele damit, dass sich der Radiowecker einschaltet. Vielleicht sogar zur vollen Stunde, so dass wir als erstes die (schlechten) Nachrichten hören. Im Laufe des Tages passieren viel unzählige Bildschirme, auf die wir nicht einmal schauen, aber die unnatürlichen bewegten Bilder nehmen wir trotzdem wahr. In der Stadt ist es laut, die Luft ist verpestet mit Abgasen. Im Büro herrscht schlechte Stimmung, die Vorgesetzten machen Druck, abends ist der Schreibtisch noch immer voll. Bleibt man? Oder geht man nach Hause in dem Bewusstsein, dass der Eingangskorb am nächsten Tag noch etwas voller ist? Keine der beiden Entscheidungen ist richtig … Und Urlaub? Der letzte Tag vor dem Urlaub ist stressig wegen der Übergabe und weil noch so viel zu erledigen ist. Der erste Tag nach dem Urlaub ist auch stressig, weil so viel liegengeblieben ist. Abends sitzen wir vor dem Fernseher, wir denken, wir entspannen, aber tun wir das wirklich? Und dann gehen wir zu spät ins Bett. Wir haben den Moment verpasst, in dem wir das Level an Müdigkeit erreicht hatten, das uns daran erinnert hätte, ins Bett zu gehen, aber der Krimi war noch nicht zu Ende. 

Die Frage ist jetzt: „An welcher Stelle hast Du während des Tages inne gehalten?“

Die Frage könnte auch sein: „Wann hast Du das letzte Mal einem Vogel zugehört?“ Oder: „Wann hast Du das letzte Mal auf einem Grashalm gekaut? Oder ein Blatt im Wind beobachtet? Als Du es hättest tun können, hast Du da eher noch einmal geschaut, ob Dir jemand eine Textnachricht geschickt hat? Hast Du auf Deinem Handy geguckt, wie das Wetter wird am nächsten Tag und hast Du darum den Sonnenuntergang verpasst? Hältst Du es überhaupt noch aus so ganz allein mit Dir und Deinen Gedanken?“

Viele halten Meditation noch immer für überflüssig und „esoterisch“. Sie sehen jemanden vor sich, der im Lotussitz und geschlossenen Augen dasitzt und sich nicht bewegt. Meditation ist aber viel mehr. Ein Spaziergang kann eine Meditation sein. Gemütlich im Sessel zu sitzen und zum Beispiel klassische Musik zu hören kann meditativ sein. Wir sollten alle meditieren, um besser darin zu werden, unser Leben zu leben, es besser auszuhalten. Und gerade wenn das Leben besonders schwierig ist, ist es umso wichtiger. 

Wir haben alle eine Seele und sie möchte manchmal etwas baumeln. Und wir müssen sie lassen. Die Welt um uns herum hat sich in den letzten Jahren so schnell entwickelt und die letzte Frage für heute ist: „Kommen wir als Menschen da eigentlich noch hinterher?“ (2.6.2021) 


Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille. (Kurt Tucholsky) 


Der Redeschwall der anderen

Es ist egal, welchen Plan man hat und wem gegenüber man ihn äußert. Man kann stets sicher sein, dass man eine Meinung dazu zu hören bekommt. In der Tat manchmal auch völlig ungefragt. Hat das damit zu tun, dass es den Menschen inzwischen schwerer fällt, zuzuhören und das Gehörte dann zu verarbeiten? 

 

Ein anderes Phänomen: Man hört jemandem eine ganze Weile zu und findet dann aber selbst kein Gehör. Teilt die Menschheit sich also auf in die, die interessiert zuhören können und die, die nur noch von sich erzählen beziehungsweise ihre Meinung kundtun wollen? 

 

Im ersten Fall – man erzählt jemandem von einem Vorhaben – möchte man sicher ein Feedback haben, aber auch den Raum, sich über Einzelheiten zu unterhalten. Hilfreich wären da Fragen wie zum Beispiel: „Wie bist du auf die Idee gekommen?“ Letztendlich ist die Verkündung eines Plans sicher auch der Wunsch nach einem Gespräch, um an dessen Ende deutlicher zu sehen, dass er umsetzbar ist – oder auch nicht. Man ist im Gespräch sozusagen auf dem Weg zu mehr Erkenntnis und unter Umständen auch der eigenen Intuition. Was man dann allerdings zu hören bekommt, ist: „Da würde ich die Finger von lassen!“ Oder: „Das ist nicht dein Ernst!“ Das Gespräch ist somit abgewürgt und im Keim erstickt. Schade eigentlich! 

 

Eine andere Situation ist, dass man eine Freundin oder einen Freund anruft und fragt: „Wie geht es dir?“ Und dann sprudelt es aus dem Gegenüber geradezu heraus. Eine halbe Stunde lang, eine Dreiviertelstunde lang. Und just, wenn man denkt, dass man zu Worte kommt, hat der andere keine Zeit mehr. Das kann natürlich mal passieren, aber hat nicht jeder mindestens einen Menschen in seinem Umfeld, wo das die Regel und nicht die Ausnahme ist? 

 

Oder man lernt jemanden auf einer Feier kennen, der eine halbe Stunde von sich erzählt, sich dann ein Glas Wein holen geht, aber nicht zurückkehrt. Da weiß man jetzt, was die Person beruflich macht und wohin sie gerne in den Urlaub fährt und ob sie Kinder oder ein Haustier hat. In der Tat floss es aus ihr raus, wie aus einem Wasserfall. Aber die Frage, die nicht zurückgestellt wird, lautet: „Und was machst du so?“ 

 

Als erwachsener Mensch kann man sich dazu äußern und sagen, dass man sich unterhalten möchte – so nach dem Prinzip: ein paar Sätze du, ein paar Sätze ich! Vielen Menschen ist sicher nicht bewusst, dass auch andere Gesprächsbedarf haben. Aber wenn man sie darauf hinweist, kommt das Gespräch oftmals wieder ins Lot. Bei anderen ist Hopfen und Malz verloren, das sind die sogenannten Vampire, von denen man sich fern halten sollte. 

 

Zum Abschluss noch ein weiterer Gedanke, beziehungsweise eine Frage zu dem Thema: Lernen Kinder eigentlich noch, wie man mit einander kommuniziert? Kinder lernen durch Nachahmung und sie lernen, indem man ihnen zeigt, wie etwas funktioniert oder im Idealfall ablaufen sollte. Beides kann in Bezug auf zwischenmenschliche Gespräche nur passieren, wenn zwischenmenschliche Gespräche geübt werden. Bei gemeinsamen Mahlzeiten oder Unternehmungen zum Beispiel. Der Mensch ist ein soziales Wesen und alles, was er im Umgang mit anderen Menschen lernt, kann er nur lernen, wenn er sich mit anderen verbindet. Das müssen Kinder von klein auf lernen, damit eine ausbalancierte Kommunikation stattfinden kann. (25.5.2021) 


Die Ursache, warum wenig Leute im Gespräch angenehm sind, liegt daran, dass jeder mehr an das denkt, was er zu sagen beabsichtigt, als an das, was die andere sagen, und weil man schlecht zuhört, wenn man große Lust hat zu reden. 
(Francois de La Rochefoucauld) 

Wenn morgen alles zu Ende wäre ...

Wir leben, als wäre das Leben endlos. Dabei wissen wir, dass es das nicht ist. Der Tod ist Teil eines jeden Lebens. Das ist eine Statistik, die man nicht fälschen kann. Auf jede Geburt kommt ein Tod. Jeder von uns wird eines Tages diese Welt verlassen. Was danach geschieht, weiß niemand so ganz genau. Kann sein, dass wir es irgendwann wissen werden und dass dieses Wissen uns den Abschied erleichtern wird. Aber derzeit ist der Tod ein Abschied ins Ungewisse. Auf jeden Fall ist er auch ein Abschied von dem Leben, das wir leben und den Menschen, die uns umgeben. Einige von ihnen lieben wir und sie lieben uns. Wir lassen unsere Habseligkeiten zurück, und was bleibt ist die Erinnerung an uns. Insgeheim hoffen wir, dass sich Menschen liebevoll an uns erinnern. Jedenfalls die, die uns wichtig sind. 

 

All dessen sind wir uns bewusst, und trotzdem leben wir, als hätten wir endlos Zeit. Wir stopfen unsere Tage voll mit Nichtigkeiten und verplempern Stunden mit Streitigkeiten. Sicher entscheidet jeder selbst darüber, was wichtig und was unwichtig ist. Aber dass unsere Tage zu voll sind mit Dingen, die uns nicht gut tun, darauf können wir uns sicher einigen. Wie würde also ein Tag aussehen, den wir mit dem Gedanken verbringen, dass kein weiterer folgen wird? Dieser Gedanke ist nicht neu, aber immer wieder faszinierend. Was würde ich heute tun, wenn es kein Morgen gäbe? Was würde ich tun, wenn alles geregelt wäre und ich morgens aufstehen würde in dem Bewusstsein, dass ich noch diesen einen Tag hätte und am folgenden Morgen nicht wieder aufwachen würde? 

 

Ab und zu taucht diese Frage auf, aber dann ist sie auch schon wieder verschwunden. Aber halten wir sie doch jetzt einmal fest. Warum nehme ich mir nicht einen Tag Urlaub, einfach einen Dienstag oder Donnerstag. Ich warte nicht bis Samstag oder Sonntag. Ich nehme mir einen Tag Urlaub, gleich den nächstmöglichen. Ich plane, was ich tun würde, wenn es mein letzter Tag auf diesem Erdball als lebender Mensch wäre. Was würde ich morgens frühstücken? Würde ich Unternehmungen planen oder würde ich mich einfach nur auf eine Wiese legen und dem Leben lauschen? Würde ich einfach nur die Wolken beobachten, weil ich noch einmal an alle Menschen würde denken wollen, die mir lieb und teuer sind. Vielleicht würde ich versuchen, möglichst viele von meinen Liebsten anzurufen. Vielleicht würde ich allen jeweils einen Brief schreiben und sie wissen lassen, wie wichtig sie mir sind und mein letzter Gang wäre der zum Postkasten. Vielleicht würde ich noch ein Buch zu Ende lesen oder meinen Lieblingsfilm noch einmal gucken. Vielleicht mache ich an dem Tag viel, vielleicht gar nichts. 

 

Jeder sollte so einen Tag mindestens einmal leben. Das Leben kann jeden Tag zu Ende sein. Ich kenne Menschen, die dachten, dass sie noch unendlich Zeit haben, und dann kam es anders. Jeder sollte so einen Tag einmal für sich organisieren, damit er einen Tag so gelebt hätte, als wäre er der letzte, denn irgendein Tag wird der letzte sein. (17.5.2021) 


Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. (Bertholt Brecht) 

Jeder trägt ein Päckchen

Eigentlich wissen wir, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Das perfekte Leben gibt es nicht. Wenn der Film zu Ende ist und das glückliche Paar im Sonnenuntergang in Richtung Horizont reitet, dann fühlt es sich so an, als könnte nichts jemals ihr Glück trüben. Wir wissen, dass es anders kommen wird, denn da draußen oder hinter dem Horizont wartet das Leben. 

An der Stelle fangen die Probleme dann aber auch schon an, denn wer kennt schon ein Paar, das sich nie streitet. Immerhin kommen da zwei Menschen zusammen, die jeweils eine bewusste und ein unbewusste Vergangenheit mit in die Beziehung bringen. 

Die nächste Ebene ist dann die der weiteren Beziehungen. Dazu gehören dann Gruppen wie Familie und Freunde und dann Nachbarn und Kollegen. Wir sind soziale Wesen und doch ist es so, dass die größten Schwierigkeiten, zu denen es auf dieser Welt kommt, zwischenmenschliche sind. Wahrscheinlich führt nichts zu so viel Leid wie die vielen Kinder in uns, deren Wunden (noch) nicht verheilt sind. Das können kleine oder große Wunden sein und zwar bei jedem in allen möglichen Varianten. Und genau das macht es wohl so schwierig, unübersichtlich und scheinbar aussichtslos. 

Wenn man aber die Sache von der anderen Seite her betrachtet, dann kann man erkennen, dass – wenn jeder so seine Fehler, Probleme, Macken – wir vielleicht einander mehr Verständnis entgegenbringen könnten. Es könnte helfen, dem anderen in die Augen zu sehen. Dann sähe man dort Dinge wie Hilflosigkeit, Schmerz, Verwirrung, Ratlosigkeit und weitere ähnliche Gefühle. Wenn jeder den Mut aufbringen könnte, zuzugeben, dass nicht alles so glatt läuft, wie man gerne möchte, dass die anderen es von außen sehen sollen, dann wäre sicher die Möglichkeit gegeben, zusammen anzupacken, aufeinander zuzugehen und gemeinsam aus so mancher Krise zu kommen. 

Letztendlich ist es doch so: Wenn man bedenkt, dass wir alle unsere Päckchen zu tragen haben, muss man auch zugeben, dass es zu wenig Verständnis zwischen uns und füreinander gibt. (30.4.2021)

Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen, die Stille wäre unerträglich. (unbekannt) 

Muss ich perfekt sein?

Dieser Artikel könnte der kürzeste aller Zeiten werden, denn die Antwort ist NEIN! Der Mensch hat wohl schon immer nach Optimierung und Fortschritt gestrebt, und sicher ist es ein guter Gedanke, etwas besser machen zu wollen als zuvor und dafür zum Beispiel zu üben. Aber letztendlich sind wir alle nur Menschen und niemand ist perfekt. Und niemand wird je perfekt sein! Die Frage ist ja auch: Wie sollte der perfekte Mensch sein? Und: Würden wir den perfekten Menschen überhaupt mögen? Wäre der perfekte Mensch im Endeffekt nicht eher ein Einzelgänger? Also, wenn es nur einen einzigen gäbe. Und wenn wir alle perfekt wären, worüber könnten wir uns dann noch unterhalten? Würde es uns reichen, wenn wir nur noch sagen und hören würden: „Ich habe die perfekte Figur! Ich habe den perfekten Mann. Ich habe die perfekten Kinder und habe heute den perfekten Kuchen gebacken! Wollte ihr mich nicht in meinem perfekten Haus besuchen und euch an meinen perfekt gedeckten Tisch setzen? 

Warum ist es so schwierig, sich im Spiegel zu betrachten und sich zu sagen: Ich liebe mich so, wie ich bin. Ich bin in Ordnung, auch wenn ich Fehler und Makel habe. Ich bin vielleicht genau darum in Ordnung! 

Sicher muss man den Perfektionismus in mehrere Kategorien einteilen. Da gibt es das Äußere: Kein Gramm zu viel auf den Rippen und die Frisur sitzt. Dann gibt es den perfekten beruflichen Status: Bluse, Kostüm und Schuhe mit hohen Absätzen oder Anzug und Krawatte, großes Auto auf dem speziell reservierten Parkplatz vor der Firma, alle grüßen freundlich und die Frisur sitzt. 

Tja, und dann gibt es wohl noch das perfekte Innere. Aber was genau ist das? Viel Wissen im Kopf oder viel Liebe im Herzen? Oder anders herum gefragt: Was braucht jemand, der bereits viel Liebe (für andere aber auch für sich selbst) im Herzen trägt? Was passiert, wenn jemand zu Dir sagen würde: Ich mag dich so, wie du bist, und ich hoffe, dass auch du mich so magst, wie ich bin. Es ist mir egal, welches Auto du fährst und in welcher Gegend du wohnst. Ich sehe, dass du etwas in dir trägst, das gut ist. Du bist nicht perfekt und genau darum bist du perfekt – zumindest für mich! 

Wenn wir einen Film schauen, dann mögen wir die Charaktere am liebsten, die nicht perfekt sind, die Probleme haben, denen es nicht gut geht. Den perfekten Charakteren stehen wir skeptisch gegenüber und fragen uns, was sie zu verbergen haben. Was lernen wir daraus? Also, sei nett zu dir selbst (auch wenn Du nicht perfekt bist) und sei nett zu anderen (auch wenn sie nicht perfekt sind). Es ist nicht immer leicht, aber letztendlich der einzige Weg. In dem Moment, in dem wir perfekt wären, wären wir wie Maschinen. Dann doch lieber die Füße im Sand und den Wind in den Haaren… (28.4.2021)

Glatte Worte und schmeichelnde Mienen vereinen sich selten mit einem anständigen Charakter (Konfuzius) 

Placebo, Nocebo und die Macht unserer Gedanken

Ende des 19. Jahrhunderts tauchte in der klinischen Forschung erstmals die Idee auf, Placebos einzusetzen. Im Jahr 1955 veröffentlichte Dr. Henry Beecher den Artikel „The powerful Placebo“ im Journal of the American Medical Association. Er beschreibt darin, dass sich durch die Gabe von Medikamenten bei vielen Patienten eine Verbesserung der Symptome einstellt. Er berichtet jedoch auch, dass man ebenso mit der Verabreichung einer Kochsalzlösung bei einem Drittel der Patienten eine Linderung erzielt.

Es ist immer noch nicht ganz klar, was den sogenannten Placebo-Effekt herbeiführt. Die Ärztin und Autorin Lissa Rankin listet in ihrem Buch „Warum Gedanken stärker sind als Medizin“ (Mind oder Medicine) fünf Möglichkeiten auf, die sich durchaus gegenseitig verstärken oder auch überlappen können. Zunächst einmal kann man davon ausgehen, dass eine positive Erwartungshaltung ihren Beitrag leistet. Ein zweiter Grund kann in der klassischen Konditionierung liegen: Wir bringen die Person im weißen Kittel mit Heilung in Verbindung. Ein dritter Grund kann die Zuwendung sein, die einen Heilungsprozess in Gang setzt. Ganz klar muss man aber auch sehen, dass Teilnehmer von entsprechenden Studien sich ohne Absprache einer weiteren Therapie unterziehen und der Erfolg daher rühren könnte. Und der letzte Grund könnte sein, dass der Patient sowieso wieder gesund geworden wäre.

Wie dem auch sei, der Placebo-Effekt ist heutzutage bekannt und anerkannt. Was passiert nun aber beim Nocebo-Effekt? Kann es sein, dass ein krebskranker Mensch sechs Monate nach der Diagnose stirbt, weil der Arzt ihm noch diese Zeitspanne in Aussicht gestellt hat?
Es gibt eine lange Liste von sogenannten Spontanheilungen, die in der Datenbank des Spontaneous Remission Project erfasst sind. Könnte es tatsächlich sein, dass diese Heilungen auf die geistige Haltung des jeweils Kranken zurückzuführen sind? Im Gegensatz dazu haben die Ergebnisse von Obduktionen mehr als einmal gezeigt, dass Menschen verstorben sind, die aus rein organischer Sicht noch Jahre hätten leben können. Könnte es sein, dass diese Menschen aufgrund von zum Beispiel einer verheerenden Fehldiagnose gestorben sind? Was passiert im Kopf eines Menschen, wenn er Wörter wie „unheilbar“ oder „tödlich“ hört? 
An dieser Stelle sollten sich nicht nur Ärzte Gedanken machen, wie sie mit Krankheit umgehen und wie sie kommunizieren. Es ist letztlich an uns allen zu überlegen, wie wir uns ausrichten. Denn was wäre wenn, eine positive Ausrichtung verhindern könnte? 

(20.4.2021, Bild: theindiespiritualist.com)


Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel, so jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit. (Albert Schweitzer) 

Der Waldspaziergang

Der Wald ist unser Freund! Er war es schon immer, aber irgendwie scheinen wir seine positive Wirkung vergessen zu haben. Oder vielleicht haben wir es auch nie gewusst. Oder die Nachricht ist bis jetzt nicht durchgedrungen. 

Der Wald übte schon immer eine gewisse Anziehung auf den Menschen aus. Er war Lieferant von Holz,  Nahrung und Geschichten. In ihm wohnen Tiere, die man manchmal hört, aber fast nie sieht. An einem schönen Tag gehen wir gerne zwischen den Bäumen spazieren, aber in der Nacht möchten wir nicht in der Dunkelheit, die uns umgeben würde, verloren sein. Die Beziehung ist ein Stück weit ambivalent, doch unterm Strich ist es Tatsache: der Wald ist unser Freund!  

So ist es erwiesen, dass Naturreize einen positiven Effekt in Bezug auf unser Stresslevel haben. Regelmäßige Aufenthalte in der Natur wirken sogar therapeutisch. Der Wald ist hier von besonderer Bedeutung. 

An dieser Stelle seien zunächst der Parasympathikus sowie der Sympathikus erwähnt. Der Parasympathikus wird auch Ruhe- oder Erholungsnerv genannt. Der Sympathikus hingegen bereitet uns in gefährlichen Situationen auf Kampf oder Flucht vor. Beide sind Teile des vegetativen Nervensystems. Zusammen bilden sie das „Bauchhirn“, das unsere Emotionen steuert. Es geht hier vor allem um die innere Balance. Während der Sympathikus aktiv wird, wenn wir in stressige Situationen kommen, bekommt der Parasympathikus die Oberhand, wenn wir uns in einer beruhigenden Umgebung befinden. Diese beruhigende Umgebung ist im besten Fall der Wald. 

Steigt die Aktivität des Parasympathikus, steigt auch die Tätigkeit der Alphawellen, die im Wachzustand Ruhe und Regeneration anzeigen. Gleichzeitig wird dem Immunsystem Energie zugeführt. Sogar der bloße Anblick von Naturaufnahmen und das Abspielen von Vogelstimmen haben einen positiven Einfluss auf uns. Was hier jedoch fehlt, ist die frische Luft. Diese ist besser je intakter ein Ökosystem ist, denn dann sind in ihm viele bioaktive Pflanzenstoffe (biologisch aktive Verbindungen) enthalten. Das Blätterdach des Waldes hält diese fest, so dass wir unten dem Blattwerk nur gut durchzuatmen brauchen, um die vielfältigen Naturwirkstoffe auf uns wirken zu lassen. (9.4.2021) 

Im Wald zwei Wege boten sich mir dar, ich ging den, der weniger betreten war. Dies veränderte mein Leben. (Robert Lee Frost) 

Das prähistorische Gehirn

Was hat das prähistorische Gehirn mit uns zu tun? Es fällt sicher schwer, sich vorzustellen, dass das, was in den Köpfen unserer Vorfahren aus prähistorischen Zeiten vor sich ging, noch irgendetwas damit zu tun haben könnte, was wir heute tun oder wie wir reagieren oder wie unser Kopf funktioniert. In der Tat haben wir den Neanderthaler in uns aber noch nicht abgeschüttelt, und vielleicht werden wir uns auch zeitlich nie weit genug von ihm entfernen, um das zu erreichen. 

Dass uns durchaus noch ein paar Dinge mit unseren Vorfahren verbinden, hat Vor- und Nachteile. Das hat auch immer etwas mit dem Blickwinkel zu tun. Manche Erkenntnisse sind auch einfach nur interessant im Sinne von, dass wir Dinge verstehen, über die wir uns in der Vergangenheit das eine oder andere Mal gewundert haben. 

So hat sich mancher sicher schon einmal die Frage gestellt, warum Frauen in Gruppen auf die Toilette gehen. Nun, die Antwort ist ganz einfach: Wenn Frauen früher in der Wildnis "auf Toilette" gegangen sind, wurden sie von anderen Frauen begleitet, weil sie sich in eine Position begeben mussten, in der sie für einen Moment schutzlos waren. Es gab sicher Situationen, in denen sie keine Zeit mehr gehabt hätten, um zu fliehen, hätten sie erst aufstehen müssen. Dieser Vorgang ist noch in die Gehirne von Frauen gemeißelt.

Ein anderes Beispiel: Bevor es Feuer und damit Licht in der Dunkelheit gab, gingen die Menschen schlafen, wenn die Sonne untergegangen war. So ist auch heute noch der qualitativ beste Schlaf der zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht. In dieser Zeit baut sich zum Beispiel das Stresshormon Cortisol am besten ab. Man kann Schlaf sicher nachholen, jedoch nicht die Qualität ausgleichen. 

Und dann ist da immer wieder die Frage: Warum sind fast alle Menschen so auf Süßes versessen? Auch hier liegt die Antwort in der prähistorischen Zeit. Man muss bedenken, dass es damals vor allem Wurzeln, Samen sowie Fisch und Fleisch zu essen gab. Manchmal jedoch fand jemand einen Bienenstock und darin den Honig. Das war etwas ganz Besonderes und alle gingen hin und aßen, bis nichts mehr übrig war. So hat sich unser Gehirn mit dem Ort, wo der Honig (oder eine andere Süßigkeit) ist, verdrahtet. Und jetzt ist auch klar, warum man so lange und so oft in die Küche geht, bis die Schokolade alle ist. (15.3.2021 / Bild: altermedzentrum.com) 

Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch nicht an ihre Nachwelt denken. (Edmund Burke) 

Solange Du lebst, sind Türen offen!

Inzwischen ist bewiesen, dass der Mensch sich sein ganzes Leben lang entwickelt. Aus dem Begriff "Kinderpsychologie" wurde "Entwicklungspsychologie", und der neue Begriff "Neuroplastizität" wurde geprägt. Schon allein diese Begriffsänderung bzw. -neukreation reflektieren Möglichkeiten, die viele Menschen (noch) nicht nutzen. Aber es ist so: So lange der Deckel noch nicht zu ist, sind viele Türen noch geöffnet. Vielleicht nicht alle, aber doch so viele, dass man sich mit den Themen Veränderung und  Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen kann. 

Auf der einen Seite ist es nun so, dass sich viele der fest eingefahrenen Wege recht gut anfühlen. Schließlich richten sich Menschen in ihrem Leben so ein, wie es sich für sie gut und bequem anfühlt. Aber vielleicht findest du ja bei genauer Betrachtung heraus, dass "gut" "nicht gut genug" ist. Jede Gewohnheit, jede Beziehung, jeder Standpunkt kann und darf hinterfragt und neu bewertet werden. Der Mensch ist das eine Wesen auf dieser Welt, der einen Lebensplan entwerfen kann. Jede Frau und jeder Mann kann und darf sich fragen: "Bin ich glücklich?" oder ""Lebe ich das Leben, das ich leben möchte?" oder "Geht da noch was?" Und überhaupt: ist ein bequemes Leben ein lebenswertes Leben? Oder stimmt die Aussagen: "Das Gegenteil von Mut ist Bequemlichkeit?"

Dadurch, dass wir ständig gefordert sind, ist uns eine wesentliche Sache abhanden gekommen: der ausführliche innere Dialog! Wer kann heutzutage noch für eine halbe Stunde einfach nur dasitzen und seinen Gedanken freien Lauf lassen? Wer hat heute noch wirklich die Zeit und die Muse, sich selbst zu hinterfragen? Das sind Fähigkeiten, die uns zur Selbsterkenntnis bringen könnten und zu dem Wunsch, uns selbst noch einmal neu zu entdecken. Das ist der Ort, an dem wir noch einmal beginnen, nach den Türen oder sogar Toren zu schauen, durch die wir unter Umständen noch gehen möchten. 

Vielleicht steht die Tür ja nur einen kleinen Spalt auf. Aber hat nicht jeder die Fähigkeit, eine angelehnte Tür aufzustoßen? Oder das Tor etwas anzuheben und zu öffnen, damit die Pferde in die Freiheit hinaus laufen können? (8.3.2021) 


Eine Veränderung hält die Tür offen, damit auch die anderen Veränderungen eintreten können. (Niccolò Machiavelli) 

Gewicht "verlieren"!?

Ich sagte es bereits in der vergangenen Woche, und es ist ja eigentlich inzwischen auch allen klar: Diäten funktionieren nicht. 

Um aus dem Teufelskreis zwischen Verzicht und Jojo-Effekt herauszukommen, muss man sich über ein paar Dinge klar werden, einige andere hinter sich lassen und wissen, wie man sich selbst umprogrammiert. Es ist so, als würde man einen neuen Weg einschlagen oder über die Brücke der Erkenntnis gehen und entdecken, worum es im Grunde geht und was wirklich zielführend ist. 

So ist es beispielsweise so, dass unsere Psyche eine wesentliche Rolle spielt, wenn es um das Thema Gewicht geht. Eine andere Sache sind die Spielchen, die unser prähistorisches Gehirn mit uns spielt. Dazu ein Beispiel: Fast jeder Mensch liebt Zucker. Warum ist das so? Nun, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, gab es die meiste Zeit pflanzliche Speisen (zum Beispiel Wurzeln, Samen und Hülsenfrüchte) und natürlich auch das Fleisch und Fisch. Aber manchmal fand jemand ein Bienennest. Das war etwas ganz Besonderes und es wurde genascht, bis der Honig alle war. Und das kennen wir heute noch: Wir reißen die Tüte mit den Weingummis auf und schwupps ist der Inhalt weg! 

Was man hinter sich lassen sollte, sind auf jeden Fall Diäten, denn sie funktionieren maximal sechs Wochen, bis wir frustriert aufgeben. Hinter uns lassen sollten wir auch hochverarbeitete Lebensmittel, denn sie sind es, die oftmals zusätzlichen Hunger auslösen. 

Zur eigenen Umprogrammierung stehen uns diverse Mittel zur Verfügung. So sollten wir zum Beispiel niemals "mein dicker Bauch" sagen. Das kleine und so harmlose Wörtchen "mein" hat es in der Tat in sich, denn es zeigt an, dass ich etwas besitze, dass es zu mir gehört und dass ich einen Besitzanspruch erhebe. Aber genau das sollte ich nicht tun, wenn ich etwas loswerden möchte. Und das ist da noch der Satz: "Ich möchte Gewicht verlieren!". Die Assoziationen, die wir mit dem Wort "verlieren" oder auch dem Subjekt "Verlust" in Verbindung bringen, sind negativ. Wir erreichen aber nichts Positives mit negativen Assoziationen. Um unser Wunschgewicht zu erreichen, müssen wir also auch an unserer Wortwahl arbeiten. 

Darüber hinaus gibt es noch viel mehr, das man wissen sollte. Das alles erzähle ich Dir gerne während eines meiner Webinare, die Ende März und Anfang April stattfinden werden. (1.3.2021)

Man ist niemals zu schwer für seine Größe, aber man ist oft zu klein für sein Gewicht. 
(Gert Fröbe) 

Psyche & Gewicht

Inzwischen sollte es jeder wissen: Diäten funktionieren nicht! Die Themen "Nahrungsaufnahme" und "Gewichtsmanagement" sind viel zu komplex, als dass eine kurzfristige Hungerkur unsere Probleme hinsichtlich des  Themas (Über)gewicht lösen könnten. Vielmehr müssen wir uns anschauen, woher die überzähligen Kilos kommen und wie wir unsere Perspektive so ändern können, dass wir nie wieder auf dieses Modell der künstlich erzeugten Hungersnot reinfallen. 
Im März sowie im April biete ich hierzu Webinare an. Nach fünf Stunden sind die Teilnehmer dann um so vieles schlauer, dass sie motiviert in eine Lebensphase eintreten können. Das Stichwort heißt: Ernährungsumstellung! Die Webinare erklären mit viel Hintergrundwissen, wie man es angehen kann, um nie wieder zurückzuschauen ... 

Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur sich selbst! (Lucius Annaeus Seneca) 

Ein Experiment aus der Psychologie I / Konformität

Eine junge Frau sitzt in einem Wartezimmer zusammen mit anderen Patienten. Was sie nicht weiß: sie ist eine Versuchsperson. Und: die anderen Wartenden sind keine Patienten sondern Eingeweihte. 

Ein Signal ist zu hören. Alle stehen auf und setzen sich dann wieder hin. Die junge Frau bleibt sitzen, wundert sich über den Vorgang. Man kann es ihrem Gesichtsausdruck entnehmen. Das Signal ertönt erneut. Das Schauspiel wiederholt sich. Schließlich beim dritten oder vierten Mal erhebt sich auch die junge Frau. Sie weiß nicht, warum sie es tut, aber sie tut es, weil es alle tun. 

Zweiter Teil des Experiments: Innerhalb kürzester Zeit werden die anderen "Patienten" aufgerufen und verschwinden in diversen Behandlungsräumen. Die junge Frau ist also allein im Wartezimmer. Das Signal ertönt und .... sie steht auf und setzt sich dann wieder. Ein Herr betritt das Wartezimmer. Bei ihm handelt es sich um eine zweite Versuchsperson, also jemanden, der nicht eingeweiht ist. Das Signal ertönt. Die junge Frau steht auf und setzt sich wieder. Der Herr wundert sich, nur um dann beim dritten oder vierten Mal auch aufzustehen. 

Der erste Teil des Experiments zeigt, dass wir Dinge tun, weil andere sie tun, ohne zu hinterfragen, ob es Sinn macht. Und der zweite Teil des Experiments zeigt, dass wir das neu Erlernte weitergeben, ohne es einer Untersuchung zu unterziehen. Wir wollen dazugehören. Wir wollen so sein wie die anderen, um nicht ausgestoßen zu werden. Instinktiv wissen wir, dass wir anderen Menschen und ihre Anerkennung brauchen, um überleben zu können. Darum lassen wir uns leiten, von dem, was die Mehrheit tut. Doch ist es immer richtig, was die Mehrheit tut? 

Dazu gibt es in der Tat ein weiteres Experiment. Wieder gibt es eine Versuchsperson. Ein junger Mann sitzt in einem Raum zusammen mit anderen Personen. Alle außer ihm sind eingeweiht in das, was passieren soll. Es geht vordergründig um etwas ganz Simples, nämlich die Länge von Strichen. Aber auch hier soll bewiesen werden, dass der Mensch sich konform verhält, und das in der Tat wider besseres Wissen. 

Es passiert nun folgendes: Den Anwesenden werden Striche von unterschiedlicher Länge gezeigt. Die Striche sind zur besseren Unterscheidung mit Buchstaben des Alphabets gekennzeichnet. Die Frage ist stets, welcher Strich der längste ist. Zunächst stimmen alle überein, nennen denselben Buchstaben. Ab der zweiten oder dritten Runde jedoch geben die anderen falsche Antworten. Der junge Mann ist sichtlich irritiert, reiht sich jedoch ein und gibt genau die falsche Antworten, die die anderen geben, obwohl er weiß, dass das, was er tut, nicht richtig ist. 

Was bedeutet das für uns als Individuen? Was bedeutet das für uns als Gesellschaft? (15.2.2021)

Der Mensch sollte sich selbst immer als ein Experiment der Natur betrachten. 
(Friedrich Hebbel) 

Das Ende von Angst und Depression?

Um Angststörungen oder Depressionen zu beenden, muss man wissen, warum sie überhaupt entstanden sind. Es gibt in der Tat einige Gründe, die diesen seelischen Zuständen zugrunde liegen. Zum einen sind dabei rein körperliche Gründe wie neurobiologische Veränderungen zu nennen. Anführen kann man hier die Wirkungen von Stresshormonen und ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn. Die Antwort ist für viele Mediziner immer noch die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva. Man muss jedoch sagen, dass das nur eine Notlösung sein kann, die zeitlich unbedingt begrenzt sein sollte. Denn im Grunde ist es so: Angststörungen oder Depressionen beruhen aller Wahrscheinlichkeit nach auf unserer Lebensweise. Und wenn wir die nicht ändern, kann es sein, dass die ursprüngliche Dosis an Antidepressiva irgendwann nicht mehr ausreichend ist und erhöht werden muss, um eine normale Tagesroutine ermöglichen zu können. 

Um herauszufinden, was wir ändern können, um uns besser zu fühlen, müssen wir uns anschauen, wie wir heute leben und wie die Menschen früher gelebt haben. Der wesentliche Unterschied liegt in der Anzahl und Qualität unserer sozialen Kontakte. Der Mensch hat auf diesem Planeten überlebt, weil er als das soziale Wesen - das er nun einmal ist - agiert hat. In Stämmen haben sich Menschen unterstützt und haben miteinander kooperiert, um Ziele zu erreichen. Es ist noch immer unser Instinkt, Kontakt und Nähe zu suchen. Ohne eine Gemeinschaft war der Mensch in Gefahr, und das hat sich nicht geändert. Das ist der Grund, warum der Cortisolspiegel bei Menschen, die einsam sind, erhöht ist. Cortisol ist das Hormon, das unsere Körper ausschütten, wenn wir uns in einer stressigen Situation befinden. Doch dasselbe geschieht auch, wenn wir einsam sind. 

Der andere Grund, dem wir begegnen sollten, ist die Entkoppelung von der natürlichen Welt. Kinder spielen heutzutage weniger draußen als noch vor wenigen Jahren. Dabei hat die Natur viele positive Wirkungen auf den Menschen. Eine davon ist, dass sie unsere Stimmung hebt. 

Der Mensch hat Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser, saubere Luft, ein Zuhause. Der Mensch braucht jedoch auch das Gefühl, dass er dazu gehört, dass er eine Bedeutung hat, dass er geschätzt wird, weil er zum Beispiel jemanden unterstützt. Und das funktioniert nun einmal nur, wenn er eine Gemeinschaft um sich herum hat. Dazu gibt es keine Alternative. 

An dieser Stelle schließt sich dann auch fast der Kreis. Denn der Cortisolspiegel sinkt, wenn Menschen ihre Stämme haben und auch die Botenstoffe kommen dann wieder auf ein gutes Niveau. 

Ein weiterer Aspekt ist jedoch noch, wie wir selbst mit uns umgehen (beschimpfen wir uns selbst, wenn etwas schief läuft?) und ob es uns gelingt (zum Beispiel was unseren Beruf angeht), unserem Herzen zu folgen. Gerade mit uns selbst sollten wir gütig sein, und Aufgaben, die zu unseren Werten und Wünschen passen, machen uns einfach glücklicher. (7.2.2021) 





Mut ist, wenn man Angst hat und sich trotzdem in den Sattel schwingt. (John Wayne) 

Über den Schlaf

Unsere Vorfahren standen auf, wenn es morgens hell wurde und sie gingen zu Bett, sobald die Sonne untergegangen war. Rein vom evolutionären Blickwinkel her betrachtet sind wir noch immer so eingestellt. Man spricht davon, dass der Mensch über einen zum Auf- und Untergang der Sonne parallelgeschaltenen Schlafrhythmus verfügt. 

In der Tat ist der Schlaf zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht der wichtigste. In diesem Zeitfenster baut unser Körper am besten das Stresshormon Cortisol ab und das Glückshormon Dopamin auf. Schlaf, der uns an dieser Stelle fehlt, kann nicht durch Ausschlafen nachgeholt werden.

Zugegebenermaßen ist das ein Thema, über das die Schlafforscher uneins sind. Manche sagen, dass nicht die Zeit sondern die Qualität ausschlaggebend ist. An dieser Stelle sollte man jedoch überdenken, dass der Mensch sich seit der Steinzeit nicht um so viel weiterentwickelt hat. Was bedeutet das? In so mancher Hinsicht ist für uns heute immer noch das Beste, was der Steinzeitmensch uns vorgelebt hat. Hier sei auf das Thema "Diäten" verwiesen und die Tatsache, dass unser Körper noch immer nicht zwischen selbstgewählter Nahrungsreduktion und Hungersnot unterscheiden kann. 

Einig ist man sich jedoch, dass der Schlaf in den ersten beiden Stunden, also in der ersten REM-Phase (rapid eye movement), am tiefsten und intensivsten ist und die erholsamste Wirkung hat. 

Wir sollten uns, wenn wir über das Thema Schlaf nachdenken, auch vor Augen führen, dass Schlafentzug eine Foltermethode ist. Warum nicht einmal testen, wie es sich anfühlt, früher ins Bett zu gehen? 

Ein anderes Thema ist: Was tun wir als letztes, bevor wir zu Bett gehen? Das Lesen von E-Mails und Textnachrichten sowie das Grübeln über Probleme oder zum beispielsweise auch das Anschauen von gewalttätigen Filme sind idealerweise tabu.  Denn was wir als letztes hineingeben, wird über Nacht vom Gehirn verarbeitet.  Dann doch lieber eine Frage stellen, auf die wir eine Antwort suchen. (31.1.2021) 

Regeneration und Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr. (Arthur Schopenhauer) 

Eigentlich weißt Du es selbst!

Ein Teil des Lebens sind die Fragen, die wir uns stellen und auf die wir ganz offensichtlich jeweils eine Antwort suchen. Um diese zu finden, müssen wir gar nicht weit schauen, denn die Antwort liegt immer in uns selbst. Sind wir jedoch unruhig und ständig mit etwas beschäftigt, ist es schwierig, eine Lösung für ein Problem zu finden. Und je mehr wir unseren Kopf anstrengen, desto mehr verweigert er die Antwort. 

Letzteres ist übrigens eine der Regeln des Geistes: je mehr ich etwas von ihm will, desto mehr stellt er auf stur. Ein Beispiel: ich habe meine Brille verlegt und ich überlege angestrengt, wo sie sein könnte. Aber es fällt mir nicht ein. Was manchmal gelingt, ist die Rückverfolgung meiner Tätigkeiten und die Suche nach dem Moment, in dem ich sie das letzte Mal auf der Nase hatte. Doch wenn ich diesen Moment nicht herausfinde, komme ich nicht darauf, wo die Brille ist. Erst wenn ich gedanklich loslasse, kommt der Geistesblitz wie aus dem Nichts. 

Nun gibt es aber auch Fragen, die von einer ganz anderen Qualität sind. Große Fragen, die eine Entscheidung mit sich bringen, die Konsequenzen für das ganze Leben haben könnten. Das sind die Fragen, die beginnen mit: "Was soll ich nur tun" oder "Wie soll ich mich nur entscheiden?" 

Auch hier liegt die Antwort in uns. Genau wie bei der Suche nach der Brille. Wir wissen immer, was die Lösung oder das Beste für uns ist. Die Sache ist nur, dass wir die Stelle in uns selbst erreichen müssen, wo die Lösung oder das Beste für uns hinterlegt ist. Diese Stelle finden wir, wenn wir ganz zur Ruhe gekommen, wenn wir schlafen. Wir müssen uns nur die Frage, auf die wir eine Antwort suchen, vor dem Einschlafen stellen. Die Antwort kommt zu uns über Nacht oder ist am nächsten Morgen da. Nun kann es sein, dass wir die Antwort nicht interpretieren können. Was wir dann tun können ist, am folgenden Abend noch einmal nachzufragen. Wir können deutlich machen, dass wir die Antwort noch nicht verstanden haben und sie deutlicher brauchen. 

Die Sache ist, dass sich während des Schlafes etwas in uns öffnet, das verschlossen ist, wenn wir tagsüber beschäftigt sind. (24.1.2021)


Die Stille stellt keine Fragen, aber sie kann uns auf alles eine Antwort geben. (Ernst Ferstl) 

Ich mit mir allein

Wir leben in einer Welt, die immer digitaler wird. Eine der entscheidenden Fragen ist, wie viel Zeit (mehr) wir vor dem Bildschirm und wie viel Zeit (weniger) wir mit Menschen verbringen. Alles macht etwas mit uns, und was macht es mit uns, wenn wir nur wenig oder zu wenig Zeit mit Familie und Freunden oder auch Kollegen oder Nachbarn verbringen? Die Antwort lautet: Was immer es mit uns macht, einen positiven Effekt hat es nicht! Dabei ist der Prozess der Entfremdung ein schleichender und wir nehmen die Veränderungen nicht wirklich wahr. 

Eine andere Frage in Bezug auf die Zeit, die wir vor Bildschirmen verbringen ist: Was macht das mit unserer Beziehung zu uns selbst? Denn abgesehen davon, dass wir Zeit mit anderen Menschen verbringen sollten, sollten wir auch Zeit mit uns selbst verbringen. Können wir das überhaupt noch? Einfach ruhig sein und in uns gehen ... Haben wir Angst davor, was wir dort finden könnten? Könnte es sein, dass wir dort Angst, Narben oder Schmerzen, die uns zugefügt wurden, entdecken? Sind die Bildschirme um uns herum eine willkommene Ablenkung, damit wir uns nicht mit uns selbst auseinander setzen müssen. Und was ist, wenn alle Menschen so verfahren? Was passiert, wenn wir eines Tages nur noch Menschen auf diesem Planten - oder zumindest in der westlichen Welt - haben, die die Verbindung zu sich selbst verloren haben? 

Wir können und sollten versuchen, die Verbindung zu uns selbst zu halten und innerlich auch manchmal dorthin gehen, wo die Angst, die Narben, die Schmerzen sind. Das ist nicht einfach, aber es hat keinen Nutzen, zu ignorieren, was existiert. Da, wo die Angst ist, da ist der Weg. Nur regelmäßiges Abarbeiten der Halde kann uns wenigstens ein Stück weit davon befreien, was uns schwer auf der Seele liegt. 

Aber wie können wir überprüfen, wie die Beziehung zu uns selbst ist? Eine Möglichkeit ist es, sich mit einer Tasse Tee oder Kaffee hinzusetzen. Alles sollte ausgeschaltet oder zumindest in einem anderen Zimmer sein. Wir lesen kein Buch und lenken uns auch sonst mit nichts ab. Dann gibt es nur noch mich und diese Tasse Tee oder Kaffee. Die Herausforderung ist nun: Halte ich es aus, für eine Viertelstunde still zu sitzen und einfach nur mein Getränk zu genießen? Oder werde ich unruhig, weil da nichts ist, was mich von mir selber ablenkt? Die Sache ist die: man sollte in der Tat in der Lage sein, auch mal nichts zu tun, die Seele baumeln zu lassen, sozusagen. Das ist auch der Grund, warum Kinder lernen sollten, Langeweile auszuhalten. Wenn Kinder ab und an Langeweile haben, werden sie später eher in der Lage sein, Ruhe und ihre eigene Gesellschaft zu genießen. (18.1.2021)

Das Ich ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist. (Christian Morgenstern) 

Das Gehirn - unser Organ im Kopf

Für viele ist das Gehirn der Bereich unseres Körpers, in dem sich die Gedanken formen. Das Gehirn ist aber vor allem auch ein Organ. Es gibt also eine psychische und eine physische Betrachtungsweise, wenn es um das Gehirn geht. 

In einem TedTalk aus dem Jahr 2013 spricht der Neurowissenschaftler und Psychologe Daniel Amen von Erkenntnissen, die sich für ihn aus über 83.000 Gehirnscans ergeben haben. Er wirft den Psychotherapeuten vor, dass sie die einzigen Mediziner sind, die sich das Organ, um das es in ihrem Tätigkeitsfeld geht, nicht anschauen und nicht untersuchen.

Durch persönliche Erfahrungen hat Daniel Amen früh die Themen bildgebende Verfahren und Psychiatry zusammengebracht. Und er hat dabei gelernt, dass zum Beispiel ein Unfall, in dem das Gehirn Schaden genommen hat, negative Auswirkungen auf das Verhalten eines Menschen haben kann. Dieser Schaden kann eher nicht von einem Psychiater geheilt werden.

Eine andere Frage ist: wie füttern wir unser Gehirn? Wir können es mit guten Büchern füttern, meditieren oder Sport treiben. Wir können tiefe Verbindungen zu anderen Menschen halten und die verschiedenste Arten von Gehirnjogging betreiben. 

Aber vom physischen Standpunkt aus gesehen, geht noch viel mehr. Das Organ braucht gutes Futter. In dem Zusammenhang wird oft und gerne die Walnuss erwähnt mit dem Zusatz: "Was glaubst du, warum die Walnuss so aussieht, wie das menschliche Gehirn?" In der Tat sind Walnüsse Energiebooster für das Gehirn, eine gute Quelle für das "Schlafhormon" Melatonin, und sie sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Um den Körper gut mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen, gibt es natürlich noch weitere Lebensmittel wie zum Beispiel Avocados, Fisch und gute Öle.

Wenn wir unser Gehirn gut versorgen, sind wir glücklicher und zufriedener und können einfach besser denken. Wir müssen an dieser Stelle bedenken, dass sich unser Gehirn ein Leben lang entwickelt. Der Begriff "Kinderpsychologie" wurde ersetzt durch den Begriff "Entwicklungspsychologie", um dieser Tatsache gerecht zu werden. Das Stichwort hier: Neuroplastizität! Die Fähigkeit, selbst im Alter neue Gehirnzellen (Neuronen) auszubilden. (11.1.2021 / Bild: gartennatur.com)  

Das Gehirn ist das Instrument, mit dem unser Geist Musik macht. (Karl Raimund Popper)

Frühförderung für benachteiligte Kinder

James Heckman, copyright: heckmanequation.org

Es ist davon auszugehen, dass so gut wie jeder Mensch belastende oder traumatische Erlebnisse in seiner Kindheit durchlebt hat. Schmerzen, Verletzungen und Narben entstehen durch die Nichterfüllung existentieller Bedürfnisse wie Liebe, Nähe, Wohlwollen, Zugewandtheit und Fürsorge. Ist der Schmerz zu groß, so wird das Erlebte zum eigenen Schutz abgespalten. Das ist der Grund dafür, dass viele Menschen keine frühkindlichen Erinnerungen haben. 

Nun gibt es das Dilemma, dass traumatische Erlebnisse nicht selten durch das Verhalten der Eltern entstehen. Eltern tun das nicht immer bewusst oder gar absichtlich. Ursache sind vielmehr oftmals die eigenen seelischen Verletzungen. Eltern können also oft nicht so für ihr Kind da sein, wie das Kind es bräuchte oder wie sie es selbst vielleicht auch gerne sein möchten. 

Die Situation ist dann, dass die Personen, die eigentlich für das Wohl des Kindes verantwortlich sind, ihm Schaden zufügen. Für das Kind ist das nicht zu verstehen und integrierbar. Daher sagen viele, dass sie eine glückliche Kindheit gehabt haben. Das ist in der Tat die typische Antwort der Menschen, die noch keinen Zugang zu ihren frühkindlichen Verletzungen hat. 

Die gute Nachricht ist, dass wir auf dem Weg sind, eine traumabewusste Gesellschaft zu werden. Uns ist inzwischen klar, dass Misshandlungen und Vernachlässigungen im Kindesalter sowohl die Gesundheit der Opfer als auch deren Sozialverhalten negativ beeinflussen. 

Der amerikanische Ökonom James Heckman (Foto, copyright: heckmanequation.org) erhielt im Jahr 2000 den Nobelpreis, weil er nachweisen konnte, dass Frühförderung und -intervention bei Kindern aus armen und problematischen Verhältnissen die Sozialsysteme entlastet, weil letztendlich mehr Kinder einen Schulabschluss machen. Die andere Seite ist aber wohl die noch wichtigere, nämlich, dass aus benachteiligten Kindern lebensfähige Erwachsene werden, die die Chance haben, dem Teufelskreis zu entkommen und ihren Kindern die so notwendige Fürsorge entgegen bringen können. 

Genauso wichtig ist es, Verletzungen so früh wie möglich zu behandeln und Kindern zu helfen, das, was durch das Fehlverhalten von wichtigen Bezugspersonen wie Eltern aber auch zum Beispiel Lehrern oder Gleichaltrigen entstanden ist, zu heilen.  

(1.1.2021 / Bild: heckmanequation.org)

In der kleinen Welt, in der Kinder leben, gibt es nichts, das so deutlich von ihnen erkannt und gefühlt wird, wie Ungerechtigkeit! (Charles Dickens)

Wir brauchen uns!

Alles beginnt im Grunde am Tag der Empfängnis. Die erste Beziehung. Mutter und Kind. Bereits im Mutterleib erlebt das ungeborene Kind, wie sein Mutter sich fühlt, ob es ihr gut geht oder ob sie sich Sorgen macht. Das Kind spürt natürlich auch, ob es gewollt und erwünscht ist. Es ist oft zu beobachten, dass kleinere Geschwister gelassener sind. Das hängt damit zusammen, dass auch die Mutter während der Schwangerschaft gelassener war. Immerhin ist es viel aufregender, das erste Mal Mutter zu werden. Da spielen auch Sorgen mit hinein, ob man alles schafft, was erwartet wird. 

Wenn das Kind dann auf der Welt ist, kann es nur überleben, wenn sich die Mutter, der Vater, die Eltern oder andere Menschen liebevoll kümmern. Babys brauchen den körperlichen Kontakt. In Waisenhäusern, in denen sich Personal nur um Grundlegendes kümmert, verwahrlosen Kinder, sterben teilweise sogar, wenn sie noch sehr klein sind. 

Ein Kind lernt dann durch Nachahmung und Reaktion. Es setzt sich in Beziehung zu anderen, macht seine Erfahrungen, nicht immer sind es positive. Es gibt Feedback genauso wie es Feedback bekommt. Das ist etwas, was nie aufhört. Und wer sich darüber ärgert, wenn der Partner anderer Meinung ist, sollte immer daran denken, dass wir nur in der Norm bleiben, wenn wir manchmal wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Feedback ist nicht immer angenehm, aber notwendig. Es ist ein Teil unserer Beziehungen. Ein guter und notwendiger Teil. Wer einen Menschen kennt, dem alle immer nur Recht geben, wird verstehen, worum es geht. Ständige Anerkennung und die Abwesenheit von Kritik prägen Menschen auf eine Art und Weise, die durchaus sehr unangenehmen für die Umgebung sein kann. 

Das sind die Dinge, die wir als Menschen notwendigerweise brauchen. Dafür gibt es keine Alternative. Ältere Menschen wohnen oftmals allein, wenn der Partner verstorben ist. Wenn sich niemand um sie kümmert, dann geht es ihnen nicht sehr viel anders als den vernachlässigten Kindern. Sie kommen vielleicht etwas besser zurecht, aber innerlich verkümmern sie. Sie können sich im besten Fall selbst anziehen und sich etwas zu essen machen, aber das Leben ohne Kontakte tötet. Nicht sofort, aber schließlich doch. (21.12.2020) 

Wir werden wir selbst durch alle anderen. (Lew Semjonowitsch Wygostski)

Die Zeit zwischen den Jahren

Das Mondjahr hat 354 Tage (zwölf Mondzyklen à 28 Tage), das Sonnenjahr aber 365. Es bleiben also elf Tage "übrig" und das ist die Zeit zwischen den Jahren ... Das ist die Zeit, die weder zum alten noch zum neuen Jahr gehört... Das sind die Rauhnächte. 

Wie Menschen die Rauhnächte begehen ist unterschiedlich. Manche läuten sie in der Tat am 21. Dezember ein. Das ist das Tag der Wintersonnenwende und der Beginn der "Geburt des Lichts", die auf den 24. Dezember fällt, der Geburt Jesu. 

Für diesen Tag notieren die Menschen auf Zettel, was gehen darf, sollte oder muss und verbrennen diese dann am Abend dieses Tages. 

Ab dem 25. Dezember beginnen dann die zwölf Rauhnächte, die am Morgen des 6. Januar enden. Für diese Zeit kann man 13 Zettel vorbereiten, auf die man seine Wünsche notiert. Die Zettel werden gefaltet oder geknüllt und in ein Kästchen oder einen Beutel getan. Ab dem Abend des 25. Dezember entnimmt man dann jeweils einen Zettel (ohne ihn noch einmal zu öffnen) und verbrennt ihn. Am 6. Januar ist dann noch ein Zettel übrig. Die zwölf Wünsche, die man verbrannt hat, sind dem Universum übergeben, das sich nun kümmert. Um denen einen letzten Wunsch muss man sich selber kümmern. 

Jede der zwölf Rauhnächte steht im Übrigen für einen der folgenden Monate. Die erste Rauhnacht - die Nacht zwischen dem 25. und 26. Dezember - für den Januar, die folgende für den Februar und so weiter. Für jeden Monat steht auch ein Thema. 

Januar = Stille
Februar = Frieden
März = Aufbruch
April = Neugier
Mai = Strategie
Juni = Aktivität
Juli = Gesellschaft
August = Fülle
September = Intuition
Oktober = Ernte
November = Dankbarkeit
Dezember = Weisheit

In jeder Nacht (oder am Abend vor dem Zubettgehen) kann man eine kleine Meditation machen zu dem entsprechenden Thema und sich notieren "was kommt". Diese Notizen kann man dann im Verlauf des Jahres vergleichen mit dem, was wirklich passiert oder wie man sich fühlt...

In Bezug auf die Rauhnächte gibt es einige Rituale. Ein sehr verbreitetes ist die Ausräucherung des Hauses. Je nach Wahl der Kräuter, die man verbrennt, werden zum Beispiel schlechte Energien neutralisiert oder das Haus wird geschützt oder gereinigt. 

In den Rauhnächten liegt eine Hoffnung. Man kann seine Wünsche an das Universum senden und das Bedrohliche, Unschöne, Bedrückende und all die Probleme in Rauch auflösen. Man kann sich gedanklich neu sortieren und auf das neue Jahr emotional vorbereiten, um den eigenen Weg klarer vor sich zu sehen. 

Alles macht was mit einem! 

Am Ende stellt man doch immer wieder fest, dass man vor einem neuen Anfang steht!

Ein Hoch auf die Endorphine

Der menschliche Körper produziert Endorphine (endogene Morphine) in der Hypophyse und im Hypothalamus. Sie sind körpereigene Opiate, müssen nicht über die Nahrung aufgenommen werden (aber ein Stück Schokolade schadet durchaus nicht …) und sorgen für ein sehr schönes Hochgefühl. Der menschliche Körper schüttet Endorphine vor allem bei den folgenden zwei Situationen aus: 

1.)     bei einer Situation, in der man sich verletzt hat und 

2.)    bei sehr erfreulichen Ereignissen, die in uns eine Euphorie hervorrufen

 

Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge, die wieder einmal mehr zeigen, was für ein Wunderwerk der menschliche Körper ist. 

Bei einem Unfall, bei dem man sich verletzt hat, sorgen die Endorphine dafür, dass wir zunächst den Schmerz nicht spüren. Warum ist das so? Die Antwort ist, dass wir noch diesen einen Moment Zeit bekommen, in dem wir reaktionsfähig bleiben, um uns zu orientieren und uns in Sicherheit bringen zu können.

Unter positive Ereignisse fallen: lustige Filme anschauen, küssen, in der Sonne liegen (Sonnenstrahlen sorgen für die Produktion von Vitamin D, das wiederum Endorphine bildet) und sich auspowern. Hier ist besonders der Laufsport hervorzuheben. Nach ein paar Kilometern hat man plötzlich dieses Hochgefühl, obwohl man eben noch völlig schlapp war. Auch ein Sprint sorgt die Ausschüttung von Endorphinen.

Was das Lachen anbelangt, befinden wir uns nicht auf einer Einbahnstraße, denn es ist nicht nur so, dass wir lachen, weil wir uns gut fühlen. Wir können uns auch gut fühlen, wenn wir die Mundwinkel hochziehen (drei Minuten sollten es schon sein) und unserem Körper so suggerieren, dass es uns so richtig gut geht, denn schon rein durch die Anspannung der Gesichtsmuskeln werden Endorphine ausgeschüttet. 

Darüber hinaus haben Endorphine auch eine beruhige Wirkung und sorgen für einen erholsamen Schlaf. Sie senken den Stresspegel, stärken das Immunsystem, bilden Sexualhormone und regulieren das Hungergefühl.

Wie auch bei den Hormonen Serotonin, Dopamin und Oxytocin haben wir die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass die Produktion durch gewisse Handlungen angekurbelt wird. Wenn wir uns diesbezüglich kundig machen und dafür sorgen, dass die Glückshormonproduktion nicht ins Stocken gerät, haben wir schon sehr viel für unser Wohlbefinden getan. Wir können also selbst dafür sorgen, dass trübe Gedanken verfliegen.  

Sollte es Dir nicht gelingen, Dich selbst aus einem Tief herauszuholen, suche bitte einen Arzt auf! (6.12.2020)

Hänge deine Regenwolke zum Trocknen in die Sonne! 

Oxytocin ...

... das Kuschel-, Bindungs- oder Liebeshormon ist von großer Bedeutung für unser Wohlbefinden! Es wird gebildet, wenn man einen Hund streichelt, ein Baby hält, ein Kompliment macht oder seine Liebsten, seine Liebste oder seinen Liebsten umarmt. 

Es hat eine wichtige Bedeutung beim Geburtsprozess, denn es sorgt dafür, dass die Gebärmutter sich zusammenzieht, dass die Wehen ausgelöst werden und dass die Milch einschießt. Wenn das Baby dann schließlich auf der Welt ist, sorgt es für die Bindung zwischen Mutter und Kind. 

Auf physiologischer Ebene reguliert es Blutdruck und Cortisolspiegel, was wiederum für die Verarbeitung und Reduzierung von Stress wichtig ist. (29.11.2020)

Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten! (unbekannt)

Dopamin - das Belohnungshormon

Du hast eine Aufgabe erledigt und bist zufrieden mit Dir!? Du kümmerst Dich einfach mal ausgiebig um dich selbst und das fühlt sich gut an!? Du sitzt vor einem Teller mit Deinem Lieblingsessen!? Du feierst einen kleinen Erfolg oder wirst gelobt für Deine Leistungen, jemand klopft Dir auf die Schulter!? Das Gefühl, das sich dabei einstellt, basiert auf der Ausschüttung des Glück- oder Belohnungshormons Dopamin. (Wobei man erwähnen muss, dass auch Serotonin als Belohnung infolge von positiven Erlebnissen ausgeschüttet wird).

Das Besondere: es kann sich ein positives Muster (positive Konditionierung) entwickeln, denn wer etwas schafft und daraufhin dieses Hochgefühl erlebt, möchte es wiederholen und hat den Antrieb, weiter voranzuschreiten. In der Tat ist es so, dass die Dimension der Ausschüttung besonders hoch ist, wenn man ein Ziel erreicht hat. Doch auch, wenn ein Ziel in greifbarer Nähe ist, steigt der Dopaminspiegel. 

Der chemische Botenstoff Dopamin beeinflusst unsere Aufmerksamkeit, sorgt für Motivation und ein gutes Gedächtnis. Dopamin wirkt sich positiv auf Konzentration sowie Schlafqualität aus. Ein Mangel an Dopamin hingegen hat eine verminderte Motivation zur Folge, die Begeisterung für was auch immer mag sich einfach nicht einstellen. (23.11.2020) 


Der sicherste Ort für ein Schiff ist der Hafen. Doch dafür sind Schiffe nicht gemacht.
(Albert Einstein)

Das Glückshormon Serotonin

Serotonin ist ein Stimmungsaufheller und wird oft als DAS Glückshormon bezeichnet. Unseren Serotoninspiegel können wir mit recht einfachen Mitteln erhöhen, zum Beispiel durch regelmäßiges Meditieren. Da es einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden hat, gilt es als sehr wichtiger Botenstoff. Es regelt unseren inneren Antrieb und unser Verhalten, aktiviert Verdauung und Stoffwechsel (Letzteres in Zusammenarbeit mit dem parasympathischen Teil des vegetativen Anteils des Nervensystems). Depressive Menschen leiden häufig unter einem Mangel an Serotonin.

Ein Weg, den Serontoninspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen, ist die bereits erwähnte Meditation. Auch wenn man zum Beispiel anderen hilft, fühlt man sich gut und auch dieses schöne Gefühl ist ein Ergebnis eines erhöhten Serotoninspiegels. Viele kennen sicher auch das angenehme Gefühl, einfach nur so in der Sonne zu liegen. Und auch Sport, bzw. Bewegung oder ein Spaziergang in der Natur hellen die Stimmung auf.

Übrigens wandelt die Zirbeldrüse das am Tag gebildete Serotonin in der Dunkelheit in Melatonin um, was für einen guten Schlaf sorgt. Wer also tagsüber dafür sorgt, dass Serotonin gebildet wird, schläft des Nachts besser! Im Umkehrschluss ist es dann natürlich auch so, dass ein Serotoninmangel für Einschlafschwierigkeiten verantwortlich sein kann. Fehlende oder gestörte Tiefschlafphasen führen dann wiederum zu einer reduzierten Serotoninproduktion.

Unterstützend für die Bildung von Serotonin wirkt Magnesium. Bananen enthalten Serotonin, doch da es nicht die Blut-Hirn-Schranke überwindet, haben Bananen hier keine Wirkung. 
(15.11.2020)


Etwas zu beginnen erfordert Mut. Etwas zu beenden noch mehr. (Anke Maggauer-Kirsche)

Hoffnung ist - laut Wikipedia - eine zuversichtliche innere Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. 

Resilienz oder psychische Widerstandsfähigkeit ist - laut Wikipedia - die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. 

Bewusstsein: bis zum heutigen Tag gibt es keine wissenschaftlich anerkannte Definition dieses Begriffs. Der US-amerikanische Philosophen John Searle sagt: "Das Bewusstsein ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass wir Dingen in unserem Leben Bedeutung beimessen können. Wenn es aber ohne das Bewusstsein überhaupt nichts Wichtiges für uns geben würde, kann nichts wichtiger sein als das Bewusstsein selbst." 

Hoffnung, Resilienz und Bewusstsein... In der Schule hatte ich eine Lehrerin, die uns einmal die Aufgabe stellte, eine Geschichte zu schreiben und drei Wörter, die sie uns nannte und an die ich mich nicht mehr erinnern kann, einzubauen. Ich denke, dass uns das Leben derzeit eine Aufgabe stellt, in die wir für uns ganz persönlich die drei Wörter "Hoffnung", "Resilienz" und "Bewusstsein" einbauen sollten. (9.11.2020)


Wenn es Dir nicht gefällt, wie die Dinge sind, dann beweg Dich! Du bist kein Baum! 
(Jim Rohn) 

Das Selbstgespräch ...

Jeder tut es und doch fühlt sich jeder ertappt, wenn er dabei "erwischt" wird. Ein Selbstgespräch, ist etwas, bei dem man nicht beobachtet werden möchte. In der Tat sollte es niemandem peinlich sein, denn es ist ein Werkzeug, das uns voranbringen kann und zwar auf mehrere Arten.

Zunächst einmal können wir es nutzen, um positiv mit uns selbst zu reden. Wir können uns während eines Selbstgesprächs auf eine Situation einstimmen, die wir als schwierig oder unangenehm empfinden. Dann können wir beispielsweise sagen: "Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das!" Und dann schaffen wir es auch! 

Wir können uns selbst loben, wenn uns etwas gelungen ist. Viel zu oft kritisieren wir uns, wenn etwas schiefgelaufen ist. Warum sind wir nicht öfter nett zu uns selbst, wenn wir etwas richtig gut gemacht haben? Wir sollten dann sogar noch weiter gehen und uns etwas gönnen und / oder uns selbst feiern. Für solche Fälle würde ich persönlich empfehlen, stets eine Piccolo im Kühlschrank zu haben. Erstens kann man dann anstoßen (wenn niemand anwesend ist, auch gerne mit sich selbst) und zweitens zieht so eine kleine Flasche die Ereignisse an, auf die man anstoßen sollte. Aber was sage ich. Warum braucht man einen Anlass, um sich selbst zu loben? Es braucht keinen Anlass. Man kann es einfach tun. Ein paar Anregungen: "Was sehe ich heute wieder toll aus!", "Ich bin ja so clever!", "Ich habe phänomenale Bewältigungsfähigkeiten!"

Die dritte Möglichkeit kann man nicht wirklich als Selbstgespräch im üblichen Sinn bezeichnen, denn es handelt sich dabei um ein Gespräch mit einer Person, die nicht anwesend ist. Es handelt sich dabei um ein Gespräch jemandem, dem man etwas sagen möchte. Etwas, das einem schon lange auf der Seele brennt. Vielleicht ist diese Person ein Elternteil oder ein Lehrer. Vielleicht ist diese Person ein Nachbar oder ein Trainer oder ein Chorleiter. In jedem Fall hat diese Person etwas getan, das verletzend / niederträchtig / betrügerisch war. Und was es auch war, wir schleppen es noch immer mit uns herum, weil wir es nie ausgesprochen haben. Kann sein, dass wir - als es passierte - noch zu klein waren und daher noch keine Stimme hatten. Kinder haben nämlich keine Stimme. Sie können Situationen oftmals nicht wirklich einschätzen, und wenn man das nicht kann, ist es schwierig sich zu äußern. Oder wir haben etwas gesagt, aber niemand hat es geglaubt. Und dann passiert, was so oft / zu oft passiert. Man schleppt etwas viel zu lange mit sich herum. 

Aber man kann es bis zu einem gewissen Teil loswerden, indem man sich vorstellt, dass die Person, um die es geht, vor einem steht. Und dann kann man losdonnern. Dann kann man abrechnen. Wenn das Erlebnis zu beängstigend war, besteht die Möglichkeit, sich diese Person ganz klein vorzustellen oder man "sieht" sie im Garten vor dem Haus stehen und hat somit eine Distanz hergestellt. Und dann kann man alles loswerden, was man loswerden möchte. Man kann, darf und sollte schreien, schimpfen, beleidigen. Das kann sehr befreiend sein! Es reicht vielleicht noch nicht für eine komplette Heilung, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung!

Und das Allerwichtigste ist: Man muss nicht verzeihen, wenn etwas unverzeihbar ist. 
(2.11.2020)

Positives Denken ist schlimmstenfalls eine Nullnummer! (Ernst Ferstl) 

Der innere Kritiker

Viele von uns sind so sehr darum bemüht, dass jemand sie liebt. Dabei sollten wir uns zunächst darum bemühen, uns selbst zu lieben. Der Beginn davon ist stets, dass wir anfangen uns so zu lieben, wie wir sind. Aber wenn wir uns selbst betrachten, dann kritisieren wir uns oft, oder wir stellen zumindest unser eigenes Licht unter den Scheffel. 

Das Seltsame daran ist, dass sehr viele Menschen nach diesem Prinzip mit sich selbst umgehen. Wir denken manchmal, dass es nur wenige sind, dass wir zu einer sehr kleinen Gruppe gehören. Andere um uns herum scheinen so viel mehr Selbstvertrauen zu haben als wir. Aber dem ist nicht so. Die meisten Menschen kritisieren sich selbst, und zwar ständig. Die meisten Menschen machen sich klein, und zwar ständig. Die meisten Menschen lieben sich nicht. Sie halten sich nicht für liebenswert. Und doch suchen sie nach jemandem, der sie liebt? Paradox, nicht wahr? 

Die längste und intensivste Beziehung, die wir in diesem Leben eingehen, ist die zu uns selbst. Und weil das so ist, sollte es eine Liebesbeziehung sein. Anstatt dessen machen wir uns selbst das Leben schwer, indem wir sehr unfreundlich mit uns selbst umgehen. Der innere Kritiker hat so oft etwas beizutragen, was wir uns von einem anderen Menschen nie anhören würden, ohne uns dagegen zu wehren. Was also tun? 

Zunächst sollten wir uns unserer Ressourcen bewusst werden. Wir können uns ein großes Blatt nehmen - und ja, es sollte in der Tat ein großes Blatt sein - und das auflisten, was wir gut können. Dabei ist es egal, ob es sich um eine erlernte Fähigkeit oder ein Talent handelt. Alles zählt. Da können Eigenschaften stehen wie: ich kann gut kochen, ich kann gut singen, ich kann gut zuhören etc. Diese Liste kommt dann an einen Ort, wo wir sie ständig sehen. Und wir erweitern unsere Liste immer, wenn uns noch etwas einfällt. Und wenn wir etwas gut gemacht haben, dann loben wir uns. Wir warten nicht darauf, dass es andere tun. Die Sache ist nämlich die: Eigenlob stinkt nicht! Und es ist auch nicht arrogant, wenn wir sagen, dass wir etwas gut gemacht haben. 

Wenn wir uns regelmäßig bewusst machen, dass wir Talente und besondere Fähigkeiten haben, dass uns etwas gut gelungen ist, dann kommen wir vielleicht auch besser damit zurecht, wenn uns etwas misslingt. Dann wissen wir, dass wir es das nächste Mal besser machen werden. 

Und wenn wir uns selbst mit unseren Fähigkeiten aber auch Fehlern zu lieben lernen, dann verbessert sich unser Verhältnis zu uns selbst und wir fühlen uns in unserer Haut wohl, sind in Balance, können eine liebevolle Beziehung mit uns selbst beginnen. Und das ist die Grundlage für alles andere. (26.10.2020)


Der Unterschied zwischen Geld und Zeit? Wir wissen immer, wie viel Geld wir haben, aber wir wissen nie, wie viel Zeit uns noch bleibt! 

Nichts in diesem Universum geschieht durch Zufall! (Neale Donald Walsch) 

Positiv denken! 

Pass stets gut auf, was Du denkst! Denn die Kraft der Gedanken, ihr Einfluss auf unsere eigene Biologie und auf unsere Gesundheit ist immens! Das hört die Pharmaindustrie nicht gerne. Immerhin lebt sie davon, dass viele von uns krank sind. Diese Industrie möchte uns glauben machen, dass sie den einzigen Weg zur Gesundheit hin aufzeigen kann. Und es gibt viele Menschen, die diesen Glauben übernommen haben. Auch Ärzte werden während ihres Studiums in diese Richtung hin ausgebildet. Die Psyche ist mächtig, aber viele Ärzte beschäftigen sich nicht mit ihr und erkennen ihre Macht nicht. Sie stellen eher Rezept aus, als dass sie ihre Patienten dazu auffordern, positiv zu denken. Auf der andere Seite gibt es Ärzte, die das durchaus tun, die aber auf Patienten stoßen, die lieber eine, zwei, drei, vier Pillen schlucken, als an ihrer persönlichen Einstellung etwas zu ändern. 

Die Wissenschaft hat jedoch inzwischen festgestellt, dass zwischen einem und zwei Drittel der positiven Krankheitsverläufe dem Placebo-Effekt zu verdanken sind. 
Wenn jemand eine Zuckerpille bekommt, an ihre Wirkung glaubt (weil er denkt, dass er ein Medikament bekommen hat) und daraufhin gesund wird, was hat ihn gesund gemacht? Und wenn jemand praktisch darauf wartet, krank zu werden und es dann passiert, was hat ihn krank gemacht? Die negative Denkweise ist so kraftvoll wie die positive Denkweise. Logischerweise sind die Folgen hier entsprechend. 

Bruce Lipton sagt, dass es die Macht der Gedanken ist, die unsere eigene Biologie bestimmt und kontrolliert. Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sagt er in einem Artikel, der kürzlich auf www.upliftconnect.com erschienen ist, dass Angst eine radikale Veränderung der Gehirnfunktion hervorruft, die über die körpereigene Neurochemie einen physiologischen Zusammenbruch der Körperfunktionen herbeiführen kann. 

Zum Schluss noch ein Reim von Eugen Roth: "Was bringt den Doktor um sein Brot? A: die Gesundheit! B: der Tod! Drum hält er uns - auf dass er lebe - zwischen beidem in der Schwebe." (17.8.2020) 

Es gibt zwei Fehler, die man auf dem Weg zur Wahrheit machen kann: nicht den ganzen Weg gehen und nicht losgehen! (Buddha) 

Die ersten sieben, zwölf, 18 Jahre

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber,  in welchem Zeitraum sich die Persönlichkeit entwickelt. Manche sagen, die ersten sieben Jahre sind die entscheidenden Jahre. Andere sagen, es sind die ersten zwölf Jahre. Und dann gibt es zum Beispiel einen Fragebogen, der feststellen soll, in wie fern Menschen traumatisiert sind. Die Fragen darauf beziehen sich auf die ersten 18 Lebensjahre. 

Aber schauen wir einmal nicht auf die Anzahl der Jahre, sondern auf das, was passieren kann und was das für Auswirkungen auf ein Leben haben kann. 

Eine Klientin kam zu mir mit Herzrhythmusstörungen und Atemproblemen. Körperlich war alles in Ordnung. In der Hypnose fanden wir heraus, dass sie diese Symptome als Mädchen entwickelt hatte, und zwar als ihr Bruder geboren wurde. Die Angst davor, nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, war also der Auslöser. 

Eine Klientin hatte mit 11 Jahren entdeckt, dass ihr Vater ein Verhältnis hatte und ihre Mutter betrog. Das Mädchen informierte ihre Mutter. Was folgte, war eine Scheidung und eine schwere Erkrankung der Mutter. Die körperliche Folge für meine Klientin war eine chronische Verstopfung. Mit ihrem Bewusstsein sah sie, was geschieht, wenn sie etwas ausplaudert, preisgibt. Ihr Unterbewusstsein bestrafte sie im Folgenden, indem es dafür sorgte, dass sie etwas ganz Anderes bei sich behalten musste. 

Ein Klient von Marisa Peer brauchte als kleiner Junge plötzlich eine Brille. In der Hypnosesitzung wurde ihm klar, dass der Grund die ständigen Meckereien seiner Mutter waren. In der Hypnosesitzung verstand er auch, dass es für seinen Körper einfacher war, die Augen in ihren Fähigkeiten einzuschränken anstelle seiner Ohren. 

Oft passiert es, dass Klienten in der Hypnose in ihre Kindheit zurückgehen. Dabei gehen sie manchmal zu einzelnen Geschehnissen zurück und manchmal zu Mustern. Was ich persönlich gelernt habe ist, dass wenn Kinder Symptome entwickeln, man hinschauen sollte, was sich im täglichen Leben verändert hat oder dass man sein Kind fragen sollte, ob etwas passiert ist, über das sie reden möchten. Letzteres ist einem Kind nicht immer möglich. Auch für den Fall ist eine RTT-Sitzung  äußerst hilfreich. (9.7.2020)

Emotionales Gepäck!

Epigenetik

Zu viele Menschen gehen mit zu viel emotionalem Gepäck durch's Leben! Die Epigenetik geht davon aus, dass wir nicht nur das sind, was wir selbst erlebt, gehört, gesehen, gefühlt und gegessen haben, sondern auch das, was unsere Eltern, unsere Großeltern erlebt, gehört, gesehen, gefühlt und gegessen haben. Wenn man sich das vorstellt, ist der Gedanke nicht abwegig, dass jede Generation belasteter ist als die vorherige. 

Was kannst Du für Dich selbst tun?

Du kannst jederzeit einen Schnitt machen! Jeder Moment ist gut, um diese Entscheidung zu treffen. Doch je früher Du Dich dafür entscheidest desto besser. Du kannst Dich von dem befreien, was Dich belastet, zurückhält oder sogar quält. 
Es gibt Themen, die stören. Es gibt Themen, die es unmöglich machen, ein normales Leben zu führen. Es macht Sinn, bei den großen Themen zuerst hinzuschauen, denn es ist gut, mit einem großen Schritt zu beginnen. 

Was kannst Du für Deine Kinder tun? 

Wenn Du Dich dazu entscheidest, alte Muster und / oder Glaubenssätze loszulassen, tust Du das natürlich für Dich selbst. Doch es ist auch klar, dass jeder, der sich von Altlasten befreit, das auch für folgende Generationen tut. Es ist logisch, dass Altlasten, die aufgelöst sind, nicht mehr an die nächste Generation, an Dein Kind / Deine Kinder weitergegeben werden. 
Sollten Themen bereits auf die Kinder übergegangen sein, ist es gut, wenn diese so früh wie möglich die Gelegenheit bekommen, die Last loszuwerden. 
Kinder kommen unbelastet auf die Welt. Das Erleben fängt zwar bereits im Mutterleib an, doch ein Baby, das sich noch im Bauch seiner Mutter ist, befindet sich in einem geschützten Bereich, in dem alles verfügbar ist. Mit der Geburt ändert sich das. Und wenn Kinder dann lernen, zu laufen und zu sprechen, setzt die Erziehung ein. Teil der Erziehung ist die Weitergabe von Verhaltensmustern, Meinungen und Einstellungen sowie Ängsten. Natürlich denkt jemand, der zum Beispiel Angst vor Hunden hat, dass diese Angst berechtigt ist. Aber die Tatsache, dass andere Menschen keine Angst vor Hunden haben, sollte eigentlich dazu führen, dieses Gefühl zu hinterfragen. Zudem ist diese Angst kein Schutz, sie ist eigentlich das Gegenteil. (26.6.2020)

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben! 
(Albert Einstein) 

Buchempfehlungen

Dr. Carol Dweck: Selbstbild (Mindset) ... Dr. Dweck erklärt, warum wir unsere Kinder für ihren Fleiß, aber nicht ihre Intelligenz loben sollten. Denn: Fleiß kann man wiederholen! Kinder, die für ihre Intelligenz gelobt werden, geraten unter Druck und werden unter Umständen zu Verweigerern.

Dr. Bruce Lipton: Intelligente Zellen (Biology of Belief) ... Der Zellbiologe Dr. Lipton erklärt, wie Erfahrungen unsere Gene steuern und wir Gene an- aber auch ausstellen können. Wissenschaftler sind lange davon ausgegangen, dass der Mensch Gene in sich trägt, die keinen Nutzen haben, doch die Natur macht keine Fehler. 

Sharon Begley: Neue Gedanken, neues Gehirn (Train your mind, change your brain) Die Autorin erklärt die Wissenschaft der Neuroplastizität und wie unser Bewusstsein das Gehirn verändert. Jeder hat es also in der Hand, sein Gehirn zu trainieren und zu verändern.

Du musst genau das machen, wovon Du glaubst, dass man es nicht machen kann! 
(Eleanor Roosevelt) 

Ein Statement ...

Ich fasse hier zusammen, an was ich glaube. Niemand muss mit mir in meiner Meinung übereinstimmen, aber jeder kann und darf es natürlich tun. 

Ich glaube daran, dass wir als – zugegebener Maßen mehr oder weniger – leere Blätter auf diese Welt kommen. Vielleicht gibt es noch eine Zeit davor, da bin ich mir nicht sicher. Ich war einmal bei einem Medium, das mir sagte, dass ich bereits andere Leben gelebt habe…

Aber sagen wir mal, dass der Tag unserer Geburt (oder der Tag unserer Entstehung) der Tag 0 ist. Wir bekommen einen Namen und unser Leben als die Person, die wir jetzt gerade sind, beginnt. Wir sind klein und hilflos, aber dessen sind wir uns nicht bewusst. Alle unsere Bedürfnisse werden gedeckt, wurden schon ab dem Zeitpunkt gedeckt, als dem wir entstanden sind. Es gibt Nahrung, wenn wir Nahrung brauchen. Es gibt eine neue Windel, wenn wir eine neue Windel brauchen. Die Menschen unserer Umgebung schauen uns an und lächeln und wir lächeln zurück. Wir lieben die Aufmerksamkeit. Wir haben Zeit, wir essen und schlafen. Wir werden gestreichelt, getragen, ermutigt. Langsam erlernen wir die Dinge, die wichtig sind, um ein selbständiges Leben führen zu können. Wir lernen zu gehen, wir lernen Ding zu greifen und zu begreifen. Wir lernen die ersten Wörter, wir lernen zu essen, wir bekommen unseren ersten Malkasten, wir lernen, dass wir nicht alles mögen, was von uns verlangt wird. 

Dies ist der Moment, ab dem es schwieriger wird. Wir werden kritisiert. Wir merken, dass wir nicht alles dürfen. Wir merken, dass wir nicht alles haben können, was wir gerne haben möchten. Vielleicht sagt man uns, dass wir etwas nicht verdient haben. Wir haben laufen gelernt, sind dazu ermutigt worden, aber wenn wir uns frei bewegen möchten, sind da plötzlich Grenzen. Wir haben sprechen gelernt und sind doch so oft diejenigen, die still sein müssen. Alles verändert sich irgendwie. Wir dachten, wir hätten eine Freiheit und Menschen um uns herum, die hinter uns stehen und sich freuen über jedes Stück, das wir vorankommen. 

Als wir geboren wurden, waren wir das Wichtigste und dann merken wir, dass wir das nicht mehr sind. Das ist bis zu einem gewissen Punkt in Ordnung und normal. Es können nicht nur Menschen existieren, die denken, dass sie wichtiger oder besonderer sind als andere. Das Problem ist, dass wir oftmals, nachdem wir unsere ersten Erfolge hatten, zu keinen weiteren ermutigt werden. Ja, es muss Regeln geben, denn sie sorgen für ein Zusammenleben, bei dem jeder seinen Platz hat und weiß, was erlaubt und angemessen ist. 

Das Problem fängt ab dem Zeitpunkt, ab dem wir nicht mehr wahrgenommen werden als das Individuum, das wir sind. Das Problem ist, dass oftmals erwartet wird, dass wir uns anpassen und in unsere Umgebung einfügen, ohne dass gleichzeitig die Ermutigung zur Individualität kommt. Ich glaube, dass jede Seele, jeder Mensch aber genau das braucht: Anpassung, um dazuzugehören, aber auch Individualität, um sich ein Stück weit als die Person abzugrenzen, die man ist. Das ist das eine Problem. 

Das andere Problem ist, dass wir gehindert und behindert werden. Es beginnt damit, dass wir etwas nicht dürfen oder (angeblich) nicht verdient haben. Kinder müssen sich Dinge anhören, die sie ihr ganzes Leben nicht mehr loswerden. Sie vergessen die Situation und den genauen Wortlaut, aber das Gefühl bleibt, hinterlegt irgendwo im großen Archiv. Und das Kind, das wir einmal waren, und der erwachsene Mensch, der wir jetzt sind, sind verbunden. Der erwachsene Mensch reagiert oft wie das Kind - kindisch eben - weil er sich nicht von seinem inneren Kind distanzieren kann. Ein bestimmtes Gefühl, dass wir das erste Mal als Kind hatten, kommt immer wieder zurück und bestimmt gewisse Situationen unseres Lebens. 

Die Sache ist die: Kleine Kinder nehmen oft Schaden in der Welt der Erwachsenen, in der sie nun einmal leben. Kinder werden nicht ermutigt, sie werden zurückgehalten, nicht beachtet, in ihre Zimmer geschickt, bedroht, misshandelt. Nicht alles passiert jedem Kind, aber allen passiert irgendetwas. Aber manchmal ist es in der Tat auch nur eine Fehlinterpretation, der wir als Kind unterliegen.

Das Resultat ist, dass wir als Erwachsene immer noch mit den Themen herumlaufen, die sich ergeben haben, als wir noch Kind waren. 

Ich zum Beispiel bin eher ein Einzelgänger. Ich kann mich daran erinnern, dass meine Großmutter, bei der ich aufwuchs, einmal sagte, dass sie es schön findet, dass ich mich so gut allein beschäftigen kann. Sie hat mich ermutigt, zuhause und darüber hinaus allein zu spielen. Und das ist noch heute so. Ich spiele nicht mehr mit Puppen, aber ich kann den ganzen Tag allein sein, ich kann mich den ganzen Tag beschäftigen und ich vermisse nichts. Ich weiß, dass ich an der Stelle aufpassen muss, denn soziale Kontakte sind lebenswichtig! Aber die eigentliche Aussage hier an dieser Stellte ist, dass ich erst anfing zu verstehen, als ich mich auf den Weg machte, um nach dem Menschen, der ich eigentlich bin, zu suchen. Dem  Menschen mit all seinen Schwierigkeiten, die ich auflösen wollte, um ein freies Leben führen zu können. Um das letztendlich zu schaffen, musste ich mich mit meinen Erinnerungen beschäftigen, allerdings nicht nur denen, an die ich mich tatsächlich erinnern konnte. 

Man geht davon aus, dass das Unterbewusstsein etwa 95% von uns ausmacht. Das kann sich nicht jeder vorstellen. Es gibt Menschen, die denken, dass sie alles in der Hand haben. Aber wenn man sich vorstellt, dass ein 70-jähriger Mensch über 25.000 Tage gelebt hat, dann bekommt man eine Vorstellung davon, was in einem Leben so passiert und an wie viel man sich erinnert. 

Wenn Du jetzt ausrechnest, wie viele Tage Du schon hier auf der Erde bist und dann über-legst, an wie viele Tage und Situationen Du Dich erinnerst, dann erkennst Du, dass der größte Teil Deines Lebens bereits im großen Archiv abgelegt ist. Und das große Archiv bezeichne ich als das Unterbewusstsein. Dort liegen die Wurzeln der Person, die Du heute bist. 

Wenn Du Dich nun im Spiegel anschaust, dann weißt Du, dass auch Du das eine oder andere Thema hast. Das Kuriose ist, dass es Situationen gibt, die so schmerzhaft sind, dass Du sie weggeschlossen hast und mit Deinem Bewusstsein nicht an sie herankommst. Wie aber sollst Du Deine Themen auflösen, wenn Du die Zusammenhänge nicht herstellen kannst. Wobei es in der Tat gar nicht Situationen sein müssen, an die Du Dich nicht mehr erinnern kannst, die der Grund für Deine Themen sind. Oft stellen wir auch die Zusammenhänge zwischen Erinnerungen, die sich an der Oberfläche befindenden, und unseren Themen nicht her. 

Und hier kommt unser Unterbewusstsein ins Spiel. Es kennt die Antworten auf alle Fragen! Es kennt alle Zusammenhänge! Wir können es öffnen und Fragen stellen, und plötzlich ist alles erkennbar. Und nur, was wir erkennen und verstehen, können wir ändern und heilen. Aber es ist in der Tat noch viel einfacher. Die Dinge ändern sich plötzlich, ohne dass wir selbst noch etwas tun müssen. Dafür sorgt unser Unterbewusstsein, mit dem wir so viel mehr entscheiden, als mit unserem Bewusstsein … 

Es kann natürlich sein, dass die ersten Schritte schwierig und schmerzvoll sind. Man öffnet die Büchse der Pandora und herauskommen Erinnerungen, an die man sich lieber nicht erinnern möchte. Aber wenn man sich Schlüsselsituationen erst einmal angeschaut, ihre Bedeutung entschlüsselt und unter Umständen verändert hat, ist der Weg um so vieles einfacher. Der Gang wird leichter, man lächelt, das Herz schlägt höher. Vielleicht muss man noch einmal kurz durch ein Tal gehen, um dann den Ausblick von oben genießen zu können. Und dann schaut man zurück und fragt sich, wovor man so viel Angst gehabt hat. (7.6.2020)

Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende!